Categorized | Bürgerbegehren, Glosse

Die Bochumer Stadtmusikanten

Posted on 24 November 2012 by Dr. Volker Steude

Vor vielen, vielen Jahren gab es eine winzige Gemeinde mit Namen Bochum.

Obwohl das Dorf so klein und mickerig war, fand eine Kapelle dort Unterschlupf und bei einigen Dorf-Ältesten sogar Anklang.
Vom Klang der Leiern beeindruckt, zeigte sich insbesondere die älteste der vier Bürgermeisterinnen, gerne auch mal neben ihren Ratgebern.

Eines Tages bat der Kapellmeister in seiner Ratlosigkeit um Rat und erbat wegen akuter Raumknappheit um eine Audienz beim Rat. Nicht etwa um mit seiner eingeübten Leier einen Lauten zu machen, sondern um die Interessen seiner Musikanten zu vertreten, die immer öfter wie Hund und Katze aufeinander losgingen.

Auch die Bürgermeisterin fand, dass das wäre ein Ding, dass man so nah aufeinanderhing. In ihrer Besonnenheit und mit Weitblick auf die musische Zukunft willigte sie in ein Kapellhaus ein, das da sollte nur für die Dorfkapelle sein. Gefeiert wurde die Zusage mit einer US-Gallone süffigen Wein, den sie über Kreuz, ähm, Cross sich flößten rein.

Aber die Eselsbrücke, die der clevere Kapellmeister in seinem Einfallsreichtum für sich zusammengeschustert hatte, sollte als Verbindung zum Wohlstand dienen. Somit wartete der kluge Mann mit seiner ausgetüftelten Forderung auf, 15 Taler im Monat mehr für weniger Strapaze zu bekommen. Die Bürgermeisterin zeigte sich zunächst benommen, wollte sich dennoch nicht nehmen lassen, das zu geben, was Mann von ihr verlangte. „Woher nehmen, guter Mann, wenn dem gutmütigen Sterntaler nicht stehlen“, beklagte sie und machte geschickt auf Bürokratie.

„Vergaß sie etwa, dass ich bereit bin die Spielzeit zu verlängern und die Arbeitszeit zu verkürzen, um weitaus wichtigeren Aufgaben nachzukommen?“, entgegnete der clevere Kapellmann, der sich aufplusterte wie ein stolzer Hahn, der da längst vorhatte einzuschlagen eine andere Bahn, mit der er wollte von Bochum nach Großberlin hin und herfahr´n.

Nach längerem Hin und Her endete die Verhandlung für das Dorf in einem Desaster, der Kapellmeister kriegte fortan mehr Zaster. Die Bürgermeisterin frönte weiterhin ihrem Laster und .. mal schau´n was die Zukunft bringt, für den Fall, dass sie nicht gestorben sind.

Hildegard Grygierek

Bildnachweis: Der Kapellmeister, Foto:  Jarvin, Wikipedia

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