Categorized | Kommentare

Verlegung des Busbahnhofes vor den Hauptbahnhof

Posted on 01 Januar 2013 by Dr. Volker Steude

Der Bochumer Busbahnhof soll saniert werden. Er befindet sich aufgrund seines Alters nicht mehr im besten Zustand und weist einige Mängel auf.

busbfneubusbfanbindungEhe man jedoch den bestehenden Busbahnhof einer umfassenden Rekonstruktion unterzieht, sollte darüber nachgedacht werden, ob nicht eine Verlegung des Busbahnhofes sinnvoll ist. Denn der bestehende Bahnhof liegt äußerst ungünstig. Obwohl bis auf zwei Linien alle den Bahnhof Richtung Südring und Universitätsstraße verlassen, liegt der Bahnhof zu diesen Straßen ungünstig. Er ist verhältnismäßig klein dimensioniert und erfordert eine relativ komplizierte Verkehrsanbindung auf engstem Raum. Die Linien 345 und 368 sind schlecht angebunden. Ein Erreichen des Busbahnhofs von der Innenstadt ist für Fußgänger bisher unnötig umständlich.

busbflinienfuehrungFür die vorgeschlagene Verlegung des Busbahnhofes vor den Hauptbahnhof ist es erforderlich, die Fahrtrichtung des Verkehrs um den Ring im Uhrzeigersinn hinter den Hauptbahnhof über die Ferdinandstraße zu verlegen. Die Fahrtrichtung gegen den Uhrzeigersinn wird hingegen weiterhin vor dem Bahnhof durchgeführt. Durch diese Änderung der Verkehrsführung wird vor dem Bahnhof auf den bisherigen Fahrspuren im Uhrzeigersinn Platz geschaffen für ein neues modernes Busterminal.

Dies bedeutet folgende Vorteile:

Fahrzeitverkürzungen: Bei 6 Buslinien (349, 353, 354, 356, 365, 394) kann durch die Verlegung des Busbahnhofes deutlich Fahrzeit eingespart werden. Dies bedeutet, einen besseren Service für die Fahrgäste der Busse sowie eine deutliche Kostenersparnis für die BOGESTRA. Die Busse können direkt in den Busbahnhof einfahren und brauchen nicht mehr um den gesamten Bahnhofsblock (Kurt-Schumacher-Platz, Wittener-, Ferdiand-, Universitätsstraße) fahren. busbflinienplanGeht man von einer Fahrzeitverkürzung von 1-2 Minuten pro Umlauf aus, können im Jahr fast 6.000 Std. Fahrtzeit gespart werden, was für die BOGESTRA bei Kosten von 100 Euro pro Fahrtstunde, eine Kostenersparnis von 600.000 Euro pro Jahr bedeuten würde.

Anbindung der Linien 345 und 368: Bisher müssen die Fahrtgäste zwischen dem Busbahnhof und den Haltestellen der Linien 345 und 368 den ganzen Ring überqueren sowie den Busbahnhof kreuzen. Bei der vorliegenden Lösung liegen die Bussteige des Busbahnhofes und von 345 und 368 wenige Meter voneinander entfernt, direkt am neuen Busbahnhof.

Anbindung des BusBf. zur Stadt: Um vom Bahnhof in die Stadt zu gelangen, müssen die Busbenutzer heute umständlich den ganzen Ring überqueren. Bei der vorliegenden Lösung liegen die Bussteige des Busbahnhofes direkt am Eingang zur Innenstadt an der Huestraße bzw. am Bongard-Boulevard.

Anbindung des HBf. zur Stadt: Wenn der Verkehr im Uhrzeigersinn des Ringes nicht mehr vor, sondern hinter dem HBf. lang geführt wird, lassen sich die Übergangszeiten über den roten Teppich zur Huestraße für die Fußgänger deutlich verkürzen. Der Hbf. rückt näher an die Innenstadt.

Entwicklungsfläche: Auf der Fläche des alten Busbahnhofes bleibt eine Fläche offen, die eine weitere Entwicklung des Hauptbahnhofs bzw. des Kurt-Schumacher-Platzes ermöglicht. Hier können ggf. auch neue Gebäude errichtet werden.

Entzerrung Kreuzung Wittener- und Universitätsstraße: Da über die genannten Kreuzungen im Gegensatz zu heute kein Verkehr mehr im Uhrzeigersinn des Ringes geleitet werden muss, können die Ampelschaltungen vereinfacht werden, wodurch sich der Durchfluss für den Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr erhöhen lässt und eine klarere Verkehrsführung für Füßgänger und Radfahrer ermöglicht wird.

Die Führung des Verkehrs im Uhrzeigersinn über den Ring hinter dem HBf. hat einen überschaubaren Einfluss auf die Autoverbindungen über den Ring. Es verlängert sich jedoch die Fahrtzeit über den Ring von Alleestraße zur Castroper-Straße, wenn man weiterhin über den Südring fährt. Es besteht jedoch die Alternative, die Route über den Nordring zu wählen, die etwa gleich lang ist zur bisherigen Süd-Route. Der Radverkehr kann in beide Fahrtrichtungen vor dem Hauptbahnhof entlang geführt werden.

Die Zentralplattform des verlegten Busterminals lässt sich über einen neuen Zugang an die unterirdische (ÖPNV-)Verteilebene des Kurt-Schumacher-Platzes anbinden. Eine Anbindung an 302/ 310, 308/ 318 und U35 kann jedoch ebenso (zunächst) über den Aufgang an der Nordseite Kurt-Schumacher-Platzes erfolgen.

Zusätzliche Bus-Haltestelle: Die heute bei Busbahnhöfen übliche Einrichtung von Haltetaschen für die Busse entlang der zentralen Plattform ist bei der vorgeschlagenen Verlegung problemlos möglich. Statt bisher 6 können mindestens 7 Haltestellen an der Zentralplattform eingerichtet werden.

Bei der Verlegung unverändert bleiben kann der rote Teppich sowie der Taxi-Warteplatz.

Mit Hilfe einer Simulation der Verkehrsströme lässt sich leicht prüfen, ob die angedachte Verlegung sinnvoll ist und welche Kostenersparnis damit für die BOGESTRA verbunden sein könnte. In diese Richtung müsste nun weiter gedacht werden. Auch die Einbringung alternativer Ideen wäre begrüßenswert.

Idee: Volker Steude

3 Comments For This Post

  1. Hildegard Says:

    Bei diesem Verkehrschaos soll mal einer durchblicken. Howgh (gesprochen: Hug), Herr Steude, da haben sie aber ein Machtwort gesprochen bzw. der bogestranischen Wortwahl so gar nicht entsprochen. Die sprechen nämlich eine ganz andere Sprache .. und die kommt vom Band.

    So – das einzige, was ich kapiert habe, ist Ihre Aussage über die Kostenersparnis von 600.000 Euro pro Jahr – bei einer Fahrzeitverkürzung von 1-2 Minuten. Aber – geht die Rechnung auch auf, wenn man der Regel entsprechend mit Fahrzeitverspätungen von mind. 1-2 Minuten rechnen muss? Spinnt man, oder von mir aus auch ich, den Faden bogestrategisch weiter, geht der Verlust in 10 hoch 6. Eine unbeschreibliche Summe also, die kein anderer als der Fahrgast zu blechen hat.

  2. Jannek Says:

    Ok, ein Jahr zog seit Veröfftlichung ins Land, aber dennoch war es mir das wert, mal einen Satz dazu hier zu lassen

    Insgesamt ist die Idee nicht schlecht. Die Busse in den Fokus, das Zusammenwachsen von Innenstadt und Hauptbahnhof, es gibt einige Vorteile, ausserdem ist es gut zu wissen, dass sich jemand die Zeit nimmt, mal andere Lösungsansätze zu entwickeln, die sich nicht an bestehenden und ’nur im Wortsinn‘ einbetonierten Lösungen festzuhalten.

    Großer Nachteil des von Ihnen vorgeschlagenen Konzeptes ist, dass der motorisierte Straßenverkehr (MSV), der den Ring mit dem Uhrzeigersinn benutzt, um um den Hauptbahnhof herum zu kommen, zweimal den MSV mit dem Uhrzeigersinn kreuzt. Das führt zu unnötigen Störungen um Verkehrsfluss. Alternativ liesse sich ide Verkehrsführung umdrehen, damit müsste der ZOB, wie von Ihnen vorgeschlagen jedoch die Straßenseite wechseln.
    Da der Busverkehr ohnehin eine Schleife und damit eine Spur braucht, die die Busse gegen die Hauptfahrtrichtung führt, wäre auch das denkbar.

    Dennoch weißt diese Idee gegenüber dem Ist-Zustand einige Vorteile auf. Vielleicht traut man sich in Bochum ja mal, etwas zu tun, was nicht unbedingt den Autofahrern gefällt. Da ist nur diese diffuse, unbewiesene Angst, dass das die Wähler nicht wollen…

  3. Sven Says:

    Die Idee von Staude berücksichtigt leider nicht die Anwohner an der Ferdinandstraße. Die würden durch die Führung des MSV (egal welcher Richtung ) durch das steigende Verkehrsaufkommen massiv gestört. Dies würde andere Schallschutzanforderungen nach sich ziehen (wer zahlt das?) Zudem wird für nicht Ortskundige Autofahrer dies Situation extrem unübersichtlich. Was ein unübersichtlicher Straßenverlauf mit sich bringt, kann man in Stuttgart bestens erfahren. Abgesehen vom mehrmaligen Einfädeln in den Ring und damit eingehende Störung des Verkehrsflusses.( siehe Kommentar Jannek)
    Anregung/Alternativ wäre für mich die Verlegung des ZOB auf Ferdinandstraße (Marktplatz) möglich. Der Busverkehr ist wesentlich geringer als der Individualverkehr. Der Markt kann stattdessen mal wieder in die Innenstadt ziehen (z.B. Dr. Ruer Platz). Damit wird die Innenstadt wieder belebt. Nachweislich sind Innenstädte mit Markt besser besucht als ohne. Vorraussetzung dafür, geringere Standgebühr seitens der Stadt Bochum. Diese Anregung ist sicherlich nicht die günstigste und führe statik bedingt, starke bauliche Veränderungen der Tiefgarage unter dem Marktplatz mit sich.
    Dafür kann aber der Fernbusbahnhof an die Stelle des heutigen ZOB. Fußgänger und Fahrgäste könnten bequem vom Bahnhof und der Fußgängerzone direkt die Bussteige erreichen. Der MSV würde nicht gestört. Die Übersichtlichkeit des Rings bleibt erhalten. Die Flächen wären größer und könnten so nach Bedarf mitwachsen.

Leave a Reply

Advertise Here

Photos from our Flickr stream

See all photos

Advertise Here

Facebook

BÄH-Bürger bei Facebook ........................................