Archive | Februar, 2013

Bochum schönt Zahlen zu Geburtenrate

Posted on 27 Februar 2013 by Dr. Volker Steude

Das klingt toll! Die Stadt teilt mit, in Bochum gäbe es einen Babyboom. Die Geburtenrate in Bochum sei im letzten Jahr um 6% gestiegen, weil die Stadt so familienfreundlich ist. Blöd nur, wenn man die Zahlen aus den Pressemitteilung nachprüft, ist festzustellen, dass diese vom Presseamt wohl gezielt geschönt und falsch dargestellt wurden.

prengerbaehDenn die Pressemitteilungen suggerieren, in Bochum ist es aufgrund der tollen Familienpolitik entgegen dem Trend in NRW zu einem Babyboom gekommen. Während hier in der Stadt mehr und mehr Babys geboren werden, weil die Stadt so familienfreundlich ist, gingen sonst im Ruhrgebiet die Geburtenzahlen zurück.

Die Fakten sind jedoch ganz andere. Tatsächlich lag Bochum 2011 hinsichtlich der Geburtenziffer mit weitem Abstand auf dem allerletzten Rang der 53 kreisfreien Städte in NRW (Geburtenziffern NRW). Daran dürfte sich trotz des erfreulichen Anstiegs der Geburten 2012 kaum etwas ändern. In keiner Stadt in NRW werden weniger Kinder geboren als in Bochum. So familienfreundlich kann die Stadt wohl dann doch nicht sein, zumindest scheinen die Angebote der Stadt keine bessere Wirkung zu haben als in anderen Städten. Wären die Angebote so super, wie von der Stadt dargestellt, müsste die Geburtenrate der Stadt doch mindestens die der anderen Ruhrgebietsstädte erreichen.

In ihrer Pressemitteilung behauptet die Stadt, die Geburten seien 2012 um 150 (+6 %, eigentlich nur 5,6%, aber von der Stadt großzügig gerundet) gestiegen (Pressemitteilung 1), in der anderen PM (Pressemitteilung 2) dagegen heißt es „Im Jahr 2012 wurden insgesamt 2.388 Neugeborene durch das Begrüßungsteam willkommen geheißen = 85,56% aller neugeborenen Kinder wurden erreicht (2012).“. Wenn man diese Zahlen zurück rechnet, dann kommt man auf einen Anstieg der Geburten von nur 123, das sind nur 4,6%. Continue Reading

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Kulturhauptstadt – nachgeschlagen!

Posted on 25 Februar 2013 by Dr. Volker Steude

Zwischen Realität und Versprechungen liegen in Bochum bisweilen Welten. Daher hier ein Beitrag aus dem Jahr 2010, der schon zum Kulturhauptstadtjahr die geplanten Projekte kritisch betrachtet. Heute, 3 Jahre später, haben sich die Vorhersagen des Textes leider bewahrheitet und sind so aktuell wie Anfang 2010.

ruhr2010Es gibt etwas, dass ich nicht verstehe: Selbst nachdem ich vor über einem halben Jahr mit meinem Text „Wir werden Kulturhauptstadt!“ so offensiv für dieses Jahrhundertereignis geworben habe und die Kommunen uns mit Hochglanzprospekten überschwemmen, erstreckt sich die Begeisterung in

Sachen Kulturhauptstadt Ruhr bislang auf die üblichen Proporzfürsten aus Politik, Medien und Industrie. Continue Reading

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Ist Bochum Eiskirch völlig egal?

Posted on 23 Februar 2013 by Dr. Volker Steude

Schon im Landtagswahlkampf 2010 versprach auch Thomas Eiskirch, SPD Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der städtischen SPD den Bochumer Bürgern: „Die SPD steht zu der besonderen Verantwortung des Landes für seine Kommunen. Eine sozialdemokratische Landesregierung wird sofort handeln und mit einem ‘Stärkungspakt Stadtfinanzen’ die Kommunen von ihrer drückenden Schuldenlast befreien.baeh-eiskirche

Aber statt Bochum nach dem Gewinn der Wahl auch von nur einem Euro Schuldenlast zu befreien, taten Landesregierung, SPD und Eiskirch in dieser Richtung für die Stadt bis heute rein gar nichts. Entsprechend sind die städtischen Schulden 2012 um weitere 125 Mio. gewachsen und Bochum vermeldet einen neuen Schuldenrekord von 1,53 Mrd. Euro. Eiskirch und die anderen Landtagsabgeordneten lässt die Not der Stadt offensichtlich völlig kalt. Nach dem Motto „Was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern“ wird das Thema jetzt tot geschwiegen und das obwohl das Land eine wesentliche Mitschuld an der Schuldenmisere der Kommunen trägt.

Denn verantwortlich für das Finanzdesaster der Stadt sind nicht nur die Verantwortlichen von Politik und Verwaltung in Bochum selbst, die seit Jahren nicht bereit sind nur so viel auszugeben wie die Stadt einnimmt. Continue Reading

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Ist Opel noch zu retten?

Posted on 22 Februar 2013 by Dr. Volker Steude

Das beeindruckende Solidaritätsfest für die Opelbeschäftigten wirft seine Schatten voraus. Doch was helfen den Mitarbeitern langfristig die Solidaritätsbekundungen aus der ganzen Stadt? Hat das Unternehmen Opel überhaupt eine Zukunft? Wo sind die städtischen Initiativen, die alternative Arbeitsplätze schaffen sollen, wenn Opel in die Insolvenz geht? Bloße Solidaritätsbekundungen sichern und schaffen keine Arbeitsplätze. Bei manchen Verantwortlichen der Stadt hat man leider den Eindruck sie nutzen das Solidaritätsfest allein, um hinter schönen netten Worten ihre eigene Hilflosigkeit und Handlungsunfähigkeit zu verbergen.
Bochum_OpelRealistisch betrachtet, sieht es wohl ziemlich düster für die Zukunft des Unternehmens Opel aus: 2010: 1,3 Mrd. Verlust, 2011: 750 Mio. Verlust, 2012: 1,3 Mrd. Verlust. Seit 1999 in Europa nur Verluste für GM, mit Ausnahme von 2006. Wie lange hält Opel das noch durch? Wie lange gleicht GM den Verlust noch aus? Die Opel-Werke sind nur zu maximal 75% ausgelastet. 835 Euro zahlte GM bei jedem in Europa produziertem Auto drauf. 173.000 Auto wurden in 2012 weniger abgesetzt als in 2011, ein Verkaufseinbruch von 16%. Die Existenz des Gesamtunternehmens Opel ist massiv bedroht. Continue Reading

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Attacke für bessere Kinderbetreuung

Posted on 20 Februar 2013 by Dr. Volker Steude

BÄH-Bürger unterstützen Wimmel-Attacke.

Ein Problem, was besonders die Ruhrgebietsstädte und natürlich auch Bochum betrifft. Die Kinderbetreuung ist schlecht organisiert. Es gibt zu wenig KITA-Plätze. Die gesetzlichen Anforderungen wird Bochum allenfalls knapp erfüllen. Das Angebot ist mäßig, die Öffnungszeiten ein Problem, ebenso die Ausstattung mit qualifiziertem Personal.

wimmelEin überzeugendes Ganztagsbetreuungskonzept in den Schulen sucht man leider fast immer vergeblich. Statt Unterricht und Betreuung gleichmäßig über den Tag zu verteilen, wird an Bochums Schulen nach wie vor entgegen aller Studien vormittags unterrichtet und nachmittags betreut oder sogar nur verwahrt. Wirklichen Ganztagsunterricht gibt es so gut wie nicht.

Damit die Stadt, Land und Bund sich endlich dem Problem stellen, haben engagierte Eltern heute die so genannte Wimmel-Attacke gestartet, die die Bochumer BÄH-Bürger unterstützen. Continue Reading

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Der Platz des städtischen Erbrechens

Posted on 16 Februar 2013 by Dr. Volker Steude

Auch so ein für Bochum typisches Projekt. Mit viel Tamtam und Gerede wollte die Stadt an der Christuskirche einen prestigeträchtigen Platz errichten, auf dem die Namen von 15.000 Bürgern in Stein gemeißelt werden, die sich zu Europa bekennen. Doch dann stellt sich heraus, dass die Stadt das Geld für ein solches Vorhaben gar nicht hat. Denn kaum ist der Bau beschlossen, wachsen die Kosten für den Platz in einen Bereich, der Jenseits von Gut und Böse liegt. Das Geld der Namensspender reicht nicht annähernd aus und der Platz ist dazu noch zu klein für die erforderlichen 24 Platten.

pevbahAber den Platz hat man schon mal gebaut, nur leider ohne Platten. Für eine Vollendung des Platzes fehlt nicht nur das Geld sondern mittlerweile auch der politische Wille. Eine Platte immerhin hat es in die Christuskirche geschafft, 19 Einrahmungen ohne Namensplatten wurden über den Platz verteilt, 4 Rahmen für die weiteren Platten sucht man vergeblich.

Der Platz hat sich vom „Platz des Europäischen Versprechens“, der ein Bekenntnis zu Europa sein sollte, zum „Platz des städtischen Erbrechens“ gewandelt, der zu einem Mahnmal geworden ist für den bigotten Selbstdarstellungstrieb einiger Stadtoberen, der auch in diesem Fall wieder im finanziellen Desaster endete. Viele Bürger sind angesichts dieses unvollendeten Monuments der sinnlosen Geldverschwendung wütend und bekommen das Kotzen. So ist wohl der Name „Platz des städtischen Erbrechens“ durchaus treffend. Continue Reading

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Bochum verbrennt hemmungslos Steuermillionen

Posted on 08 Februar 2013 by Dr. Volker Steude

Ein städtisches Investitionsprojekt nach dem anderen reist krachend jede gesetzte Kostengrenze. Doch kaum einen der Lokalpolitiker stört’s wirklich, sonst hätte die Politik längst Maßnahmen ergriffen, damit zukünftig sicher gestellt ist, dass die Verwaltung die von der Politik gesetzten Kostenvorgaben auch einhält.

neuesgymnasiumAuch beim Neuen Gymnasium, bisher immer als Beispiel dafür angeführt, dass die Stadt auch in der Lage ist Kostengrenzen einzuhalten, muss die Stadt jetzt zugeben, dass man das Budget deutlich überzogen hat (34 statt 32 Mio.).

Die Sanierung des Unibads verschlang statt 4 satte 7 Mio. Die Kosten der Instandsetzung des Sprungturms im Schwimmbad Höntrop verdreifachen sich gar (263.000 statt 90.000). Bei der Feldsieper-Schule verdoppelten sich die Sanierungskosten (5 statt 2,5 Mio.). Bei dem Bau der neuen Straßenbahnführung in Langendreer kommt es fast zu einer Verdoppelung der Kosten ehe überhaupt ein Meter Bahn gebaut wurde (60 statt 35 Mio.). Die Kostenexplosion beim städtischen Kostenanteil zum Westkreuz liegt bei derzeit deutlich über 50%, (9,9 statt 6,45 Mio.) Tendenz unaufhaltsam steigend. Beim Parkhaus der Jahrhunderthalle wurden die Kosten ebenfalls um 50% überzogen (6,4 statt 4,3 Mio.). Continue Reading

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Im Gleichschritt für die „Tradition“: SPD, NPD, CDU

Posted on 08 Februar 2013 by Dr. Volker Steude

Das Bündnis gegen das Bochumer Gänsereiten informiert: Da schreiten sie gemeinsam für die „Brauchtumspflege“ in geselliger „Herrenrunde“:

Verantwortliche Politiker oben genannter Parteien, Gänsereiter und Kirchen-Obere verteidigen das Gänsereiten mit der 400 jährigen Tradition….

gaenseDie damals während des niederländisch-spanisch oder Achtzigjährigen Krieges (1568-1648) im Ruhrgebiet lagernden spanischen Söldner haben lebende Gänse an den Beinen aufgehängt und ritten mit ihren Pferden unter den kopfüber baumelnden Gänsen her. Sie griffen nach den Köpfen der vor
Schmerz wild zappelnden Gänse und zerrten solange daran, bis die Hälse schließlich irgendwann abrissen.

Doch zu den Traditionen umherziehender Kriegsknechte gehörte vor allem das Rauben und Brandschatzen. Vergewaltigungen der Frauen waren für sie an der Tagesordnung.

Den blutrünstigen Wettkampf des Reitens nach der lebenden Gans praktizierten die Söldner, um für das Töten von Menschen in Form zu bleiben. Das öffentliche Quälen und Töten wehrloser Tiere half mit, aufkommende Skrupel im Keim zu ersticken. Nur wer alle menschlichen Regungen von Mitleid und jede Tötungshemmung abgelegt hatte, konnte der gequälten, flatternden, ängstlich schreienden Gans mit bloßen Händen den Kopf abreißen.

Das ist die sogenannte „Brauchtumspflege“.

Natürlich nur für die echten „Männer“ aus Wattenscheid. Die Nachfahren der damals überfallenen, ausgeraubten und vergewaltigten Menschen feiern ihre ehemaligen Peiniger- das ist würdelos!

Mit freundlicher Unterstützung der SPD, NPD und CDU – die Traditionen „über alles“ stellen!

Während in anderen Städten schon längst Attrappen zum Einsatz kommen, ist für das Bochumer Ordnungsamt, die Rechtsdezernentin und die Bochumer Staatsanwaltschaft alles einwandfrei und unbedenklich sowie eine „Brauchtumspflege“, Rechtsradikale loben deutsches Brauchtum, SPD und CDU beteiligen sich durch Inserate in der Gänsereiterzeitung, durch Personen und durch Ignoranz gegenüber dem Tier- und Jugendschutzgesetz und Betonen des hohen Wertes von „Brauchtumspflege“. Wird sonst in der Gesellschaft die Darstellung von Gewalt in den Medien im breiten Konsens in Frage gestellt, wird beim Gänsereiten zu Karnevalsmusik und klatschenden Familien eine Tierleiche blutig zerfleddert

Das Bündnis gegen das Bochumer Gänsereiten ist ein Zusammenschluss von Bochumer Bürgern, Gruppierungen und Vereinen die nicht wollen, dass unsere Heimatstadt weiterhin mit diesem barbarischen Leichenfledderei in Verbindung gebracht wird. Bochum stellt damit eine traurige Ausnahme dar, wurde das Gänsereiten mit echten Gänsen in anderen Städten schließlich schon vor geraumer Zeit durch Behörden und verantwortliche Politiker abgeschafft.

Im Vorfeld hat das Bündnis Strafanzeige wegen Verstoss gegen Tier- und Jugendschutzgesetzt gestellt, das Verfahren wurde sehr zügig eingestellt.Ebenso hat das Bündnis die Oberbürgermeisterin im Vorfeld des diesjährigen Gänsereitens um ein Gespräch gebeten- eine Antwort allerdings nur von der Rechtsdezernentin erhalten, die u.a. auf die 400 jährige Tradition verweist.

Bündnis gegen das Bochumer Gänsereiten, 08.02.2013

Protest gegen das Gänsreiten:

Samstag, dem 9. Februar 2013,  Treffpunkt 11 Uhr, Citypoint.

Unterstützt wird die Kundgebung durch das Infomobil mit Filmen von Animal Rights Watch

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Besucherschwund bei Bochumer Bädern – Sind die Schwimmbäder noch zu retten?

Posted on 07 Februar 2013 by Dr. Volker Steude

Nach der unrühmlichen Stadtbadschließung vergraulte die bürgerunfreundliche Verkürzung der Öffnungszeiten weitere Schwimmbadbesucher, jetzt sollen die Eintrittspreise um einen Euro steigen. Um diese Steigerung zu verschleiern, wird sogar ein neues Preissystem samt teurem Kassensystem eingeführt. Und schon entbrennt zwischen den Ratsparteien ein Streit, ob die Halbjahreskarten abgeschafft werden sollen und die neuen Zeittarife sinnvoll sind.

hoentropDabei liegt das eigentliche Problem viel tiefer und ganz woanders. Die Besucherzahlen sind von 2009 bis 2012 nicht nur um 200.000 Bürger gesunken, die Bäder in Bochum haben darüber hinaus einen Sanierungsbedarf von mittlerweile mindestens 20 Mio. Euro (siehe Tabelle). 2008 bereits hatte die Verwaltung diesen vorsichtig auf über 18 Mio. geschätzt.

Doch die Sanierung des Unibades hat gezeigt, dass die städtischen Schätzungen mehr als nur ein bisschen zu niedrig angesetzt wurden. 7 Mio. Euro mussten in die Sanierung des Unibades gesteckt werden, obwohl Umkleidebereich, Duschanlagen u.a. bei der Sanierung ausgenommen waren. 2008 war der Sanierungsbedarf für das ganze Bad noch auf nur 4 Mio. Euro geschätzt worden. Continue Reading

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Unhaltbare Zustände der Proberäume bei den BoSy entpuppen sich als bloße PR-Aktion für das Konzerthaus

Posted on 05 Februar 2013 by Dr. Volker Steude

Bisher hieß es immer die Probensituation der BoSy wäre unzureichend und könne nur durch einen leider nicht realisierbaren Umbau der Örtlichkeiten am Prinz-Regent-Theater verbessert werden.

popakademieJetzt aber soll, wenn das Musikzentrum bezugsfertig ist, die Pop-Akademie in die jetzigen Proberäume der BoSy einziehen. Und siehe da zu diesem Zweck ist geplant, diese Räume aufwendig umzubauen. Auf einmal geht es. Sogar eine schicke, neue Fassade soll das Gebäude bekommen (Der Plan).

„Ein weiters Mal stellt sich heraus, dass die Bürger getäuscht wurden!“ so Gregor Sommer aus dem Sprecherrat des Bürgerbegehrens. „Jetzt ist klar, wenn man es denn gewollt hätte, dann wäre natürlich auch ein Umbau der Örtlichkeiten am Prinz-Regent-Theater für die BoSy möglich gewesen. Die unhaltbaren Zustände wurden den Symphonikern über Jahre nur zugemutet, um den Neubau des Konzerthauses zu rechtfertigen.“ Continue Reading

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