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Im Gleichschritt für die „Tradition“: SPD, NPD, CDU

Posted on 08 Februar 2013 by Dr. Volker Steude

Das Bündnis gegen das Bochumer Gänsereiten informiert: Da schreiten sie gemeinsam für die „Brauchtumspflege“ in geselliger „Herrenrunde“:

Verantwortliche Politiker oben genannter Parteien, Gänsereiter und Kirchen-Obere verteidigen das Gänsereiten mit der 400 jährigen Tradition….

gaenseDie damals während des niederländisch-spanisch oder Achtzigjährigen Krieges (1568-1648) im Ruhrgebiet lagernden spanischen Söldner haben lebende Gänse an den Beinen aufgehängt und ritten mit ihren Pferden unter den kopfüber baumelnden Gänsen her. Sie griffen nach den Köpfen der vor
Schmerz wild zappelnden Gänse und zerrten solange daran, bis die Hälse schließlich irgendwann abrissen.

Doch zu den Traditionen umherziehender Kriegsknechte gehörte vor allem das Rauben und Brandschatzen. Vergewaltigungen der Frauen waren für sie an der Tagesordnung.

Den blutrünstigen Wettkampf des Reitens nach der lebenden Gans praktizierten die Söldner, um für das Töten von Menschen in Form zu bleiben. Das öffentliche Quälen und Töten wehrloser Tiere half mit, aufkommende Skrupel im Keim zu ersticken. Nur wer alle menschlichen Regungen von Mitleid und jede Tötungshemmung abgelegt hatte, konnte der gequälten, flatternden, ängstlich schreienden Gans mit bloßen Händen den Kopf abreißen.

Das ist die sogenannte „Brauchtumspflege“.

Natürlich nur für die echten „Männer“ aus Wattenscheid. Die Nachfahren der damals überfallenen, ausgeraubten und vergewaltigten Menschen feiern ihre ehemaligen Peiniger- das ist würdelos!

Mit freundlicher Unterstützung der SPD, NPD und CDU – die Traditionen „über alles“ stellen!

Während in anderen Städten schon längst Attrappen zum Einsatz kommen, ist für das Bochumer Ordnungsamt, die Rechtsdezernentin und die Bochumer Staatsanwaltschaft alles einwandfrei und unbedenklich sowie eine „Brauchtumspflege“, Rechtsradikale loben deutsches Brauchtum, SPD und CDU beteiligen sich durch Inserate in der Gänsereiterzeitung, durch Personen und durch Ignoranz gegenüber dem Tier- und Jugendschutzgesetz und Betonen des hohen Wertes von „Brauchtumspflege“. Wird sonst in der Gesellschaft die Darstellung von Gewalt in den Medien im breiten Konsens in Frage gestellt, wird beim Gänsereiten zu Karnevalsmusik und klatschenden Familien eine Tierleiche blutig zerfleddert

Das Bündnis gegen das Bochumer Gänsereiten ist ein Zusammenschluss von Bochumer Bürgern, Gruppierungen und Vereinen die nicht wollen, dass unsere Heimatstadt weiterhin mit diesem barbarischen Leichenfledderei in Verbindung gebracht wird. Bochum stellt damit eine traurige Ausnahme dar, wurde das Gänsereiten mit echten Gänsen in anderen Städten schließlich schon vor geraumer Zeit durch Behörden und verantwortliche Politiker abgeschafft.

Im Vorfeld hat das Bündnis Strafanzeige wegen Verstoss gegen Tier- und Jugendschutzgesetzt gestellt, das Verfahren wurde sehr zügig eingestellt.Ebenso hat das Bündnis die Oberbürgermeisterin im Vorfeld des diesjährigen Gänsereitens um ein Gespräch gebeten- eine Antwort allerdings nur von der Rechtsdezernentin erhalten, die u.a. auf die 400 jährige Tradition verweist.

Bündnis gegen das Bochumer Gänsereiten, 08.02.2013

Protest gegen das Gänsreiten:

Samstag, dem 9. Februar 2013,  Treffpunkt 11 Uhr, Citypoint.

Unterstützt wird die Kundgebung durch das Infomobil mit Filmen von Animal Rights Watch

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