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Kosten für Musikzentrum explodieren wie erwartet: 4. Mio. Mehrkosten

Posted on 19 April 2013 by Dr. Volker Steude

Bürgerbegehren Musikzentrum informiert: Noch ohne dass der erste Spatenstich überhaupt getan wurde, ist jetzt in aller Stille öffentlich gemacht worden, was alle wissen mussten, aber Rat und Verwaltung immer wieder gezielt ignoriert haben: Gemäß der aktuellen Planungen wird das Musikzentrum 4 Mio. Euro teurer als geplant. Im Betriebsausschuss für die Eigenbetriebe berichtete Architekt Kock, dass, wie bereits befürchtet, die Gründung des Baukörpers aufgrund von Hohlräumen im Boden für die Architekten eine besondere technische Herausforderung darstellt.

Konzerthaus_Ansicht1Damit die Kosten nicht vollends aus dem Ruder laufen, wurde der Baukörper auf ganzer Länge um 2,1m in der Breite abgespeckt. Auch die Decken werden niedriger. Seminarräume und ein Education-Center wird es, entgegen aller früheren Beteuerungen und Ausführungen in Hochglanzbroschüren, ebenfalls nicht geben. Die Ausstattung wird billiger. Und doch liegen die geplanten Baukosten jetzt schon bei 37,298 Mio, statt der gedeckelten Obergrenze 33,3 Mio.. Jede Millionen, die das Musikzentrum zu teuer wird, muss die Stadt alleine tragen.

Hinzu kommen nach Auskunft von Chefplaner Allmeroth noch die Kosten für Leitungsverlegungen. Diese werden von den Stadtwerken mit zusätzlichen zehn- bis hunderttausend Euro gesponsert. Weiterhin wurde die Baumfällung nicht etwa dem Projekt Musikzentrum, sondern dem Grünflächenamt in Rechnung gestellt, um auch diese Kosten zu verschleiern. Auch die Tätigkeiten der Feuerwehr, die eigentlich auch gar nicht zum Aufgabenkreis dieser Institution gehören, wurden wohl nicht gegenüber dem Projekt abgerechnet.

Dass die 37,3 Mio. Euro noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sind, ist wohl kaum mehr zu leugnen. Für die Toiletten-Anlagen fehlt aufgrund der dramatischen Verkleinerung des Baukörpers jetzt der Platz. Sie sollen daher nun in einem Tiefgeschoss unter der Kirche untergebracht werden. Um die geforderte Barrierefreiheit zu erreichen, müsste diese Anlage dann allerdings mit einem teuren Fahrstuhl erschlossen werden.

Durch den kostenbedingten Schrumpfungsprozess des ohnehin gesichtslosen „Musikzentrums“, wird dieser baulich zudem wohl kaum attraktiver. Ohnehin hatte unlängst erst der ehemalige Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker und Vorgänger von Steven Sloane, Eberhard Kloke den Bau als überflüssige Fehlplanung gebrandmarkt.

An dem unsäglichen Kostengeschiebe erstaunt, dass es unlängst in der örtlichen Presse noch hieß, dass das Musikzentrum sogar noch größer werden könnte, wenn das Geld reicht. Jetzt wird offensichtlich: die Behauptung war wohl nichts weiter, als Teil einer durchsichtigen, städtischen Propagandaaktion, die von dem eigentlichen Kosten-Dilemma ablenken sollte.

Um den Kostenrahmen vielleicht doch nicht so deutlich zu überschreiten, soll das Projekt nun noch mal auf weitere Einsparmöglichkeiten untersucht werden. Ob sich letztlich für den angestrebten Kostenrahmen überhaupt Bauunternehmen finden, die bereit sind das Musikzentrum zu bauen, ist völlig offen. Ohne dass überhaupt mit den Ausschreibungen begonnen wurde, will man am 30.04. trotzig den Spatenstich durchführen. Die Verantwortlichen sind wohl der Meinung, wenn der Spatenstich erstmal gemacht ist, dann wird sich niemand mehr trauen, das Projekt aufzuhalten, auch wenn die Kosten danach noch so aus den Fugen geraten sollten.

Gregor Sommer, Sprecher des Bürgerbegehrens Musikzentrum, der die Sitzung des Betriebsausschusses für die Eigenbetriebe verfolgt hat, war erstaunt, mit welcher Gelassenheit die Lokalpolitiker den Bericht über die dramatische Kostensteigerung hingenommen haben. „Man hatte den Eindruck, keiner wunderte sich über die Kostenexplosion. An ihr Versprechen im Rat, die städtischen Kosten für das Musikzentrum sollten nicht mehr 2,4 Mio. Euro betragen, können sich die Ratsherren und –frauen vermutlich gar nicht mehr erinnern. Es ist wohl auch nicht davon auszugehen, dass sie jemals selbst daran geglaubt haben, dass man mit den budgetierten 2,4 Mio. auskommt. Das Projekt Musikzentrum sollte durchgeboxt werden, egal zu welchem Preis. Kaum zu glauben, aber am Ende gabe es von den Ausschussmitgliedern sogar noch Applaus für die Kostenexplosion.“

Bürgerbegehren Musikzentrum
Internet http://buergerbegehren-musikzentrum.de/
Facebook http://www.facebook.com/Buergerbegehren.Musikzentrum

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  1. | BÄH - Bochum ändern mit Herz Says:

    […] Beitrag vom 19.03.13: Kosten für Musikzentrum explodieren wie erwartet – 4. Mio. Mehrkosten […]

  2. Musikzentrum Bochum: Weiterhin im Kostenrahmen von 33 Mio Euro – so Kulturdezernent Michael Townsend » Pottblog Says:

    […] WAZ Bochum so genannten BÄH-Bürger unter Dr. Volker Steude, veröffentlichten dazu zwei Beiträge, wo nach es vier Millionen Euro Mehrkosten beim Musikzentrum Bochum geben […]

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