Archive | Juni, 2013

Was lernt Bochum aus dem Unwetter vom 20.06.13?

Posted on 29 Juni 2013 by Dr. Volker Steude

Parkhaus Exzenterhaus geflutet, Wasserfälle ergießen sich über die Rolltreppen der U35-Haltestelle Oskar-Hoffmann-Straße, Seeenlandschaften entstehen in Minuten auf diversen Kreuzungen in Harpen, Werne und Langendreer. Das Unwetter vom 20.06.13 hat gezeigt, für Extremsituationen, die sich vermutlich in Zukunft häufen werden, ist das Bochumer Abwassersystem nicht ausgelegt.

unwetterIn der Politik wird die Forderung laut, das Abwassernetz so auszubauen, dass es auch mit den Wassermassen in solchen Ausnahmesituationen fertig wird. Größer dimensionierte Rohre und mehr Regenwasserbecken sollen die Lösung sein.

Tatsache ist, bei dem Abwassernetz der Stadt gibt es bereits seit Jahrzehnten einen ungebremst zunehmenden Sanierungsstau. Die Politik hat es systematisch versäumt für diese Aufgabe die erforderlichen Mittel zur Instandhaltung bereit zu stellen. Die eigentlich maroden Rohre werden nicht rechtzeitig repariert, sondern verfallen weiter, wodurch die Schäden weiter zunehmen und die Kosten letztlich explodieren. Hier gilt für das Abwassersystem nichts anderes als für das Straßennetz, die Brücken, Schulen und andere städtische Gebäude.

Abstimmung bei bo-stimmt-ab: Muss die Sanierung des Kanalnetzes voran getrieben werden? Continue Reading

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Alarm am Büromarkt – Bochumer Wirtschaftsförderung hilflos

Posted on 22 Juni 2013 by Dr. Volker Steude

Das Exzenterhaus ist nur auf den obersten 4 Etage vermietet, weitere 11 Etagen warten auf Mieter*. Das Jahrhunderthaus am Eingang zum Westpark ist nur zu einem Bruchteil vermietet. Das Krupp-Hochhaus sucht schon seit Jahren Mieter. Am Biomedizinpark hat sich bis heute kein einziges Biomedizinunternehmen angesiedelt, weite Flächen stehen bereits seit Jahren leer. Für die Investitionsfläche seven-stones an der Universitätsstraße findet sich ebenfalls kein Investor. Größte Investitionsruinie ist die Stadtbadgalerie. Der Name ist ein Witz, Stadtbad und Galerie sind längst tot, die Büroflächen sind von Leerstand geprägt. Hier soll jetzt die RUB einziehen.

krupp hochhausGleichwohl sind weitere Projekte geplant, am Bahnhof soll ein Stadttower entstehen, entlang der Alleestraße und der Gahlenschen Straße sollen am Rand des Westparks im großen Stil Bürogebäude hochgezogen werden und auch am City-Tor-Süd und auf den Flächen von Telekom und heutiger Justiz sollen Dienstleistung angesiedelt werden. Es fragt sich, für wen?

Gleichzeitig macht der Büromarktbericht der Stadt für Bochum noch ein weiteres Problem aus: „Insbesondere für ältere Immobilien mit hohen Nebenkosten lassen sich oftmals nur schwierig Nachmieter finden.“

Entsprechend wurde z.B. an der Brückstraße ein Bürogebäude nach jahrelangem Leerstand aufwendig und erfolgreich zu einer Seniorenresidenz umgebaut.

Die Nachfrage nach Büro- und Gewerbeflächen scheint in Bochum nicht wirklich groß zu sein. Der Büromarkbericht der Stadt umschreibt die Lage beschönigend mit „stabile Nachfrage“. Vergleicht man die Büroflächenumsätze der Ruhrgebietsstädte, Bochum, Essen und Dortmund, so fällt Bochum gegenüber den beiden anderen Städten deutlich ab. Pro 1.000 Einwohner wurden in Bochum im Jahr 2012 125 qm Bürofläche umgesetzt, in Essen waren es 154 qm, in Dortmund sogar 187 qm (Büromarktbericht Ruhrgebiet). Gleichzeitig war der Leerstand in allen drei Städten annährend gleich (5,1 – 6,3%). Continue Reading

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Wenn man dem Milchmädchen einen guten Rufnamen geben darf, so soll es „Ottilie“ heißen.

Posted on 20 Juni 2013 by Dr. Volker Steude

Wir schreiben das Jahr 2013. Als Winzigklein-Stadt weit der Milchstraße entfernt, urtief im Westen gelegen, wo Milch und Honigwein nur so fließen, verfügt Bochum über ein repräsentatives Gebäude, dem uralten Milchbrauhaus.

milchmädchenAlles Machthaberische geht von hier aus. Von den Bürgern als Meierei verpönt, wird vor Ort der selbstgemachte Käse beständig beschönigt.

Milchmädchenrechnungen und andere Sauermilchprodukte, sprich Sauereien, gehören zur Tagesordnung, zu der man täglich übergeht.

Der Geruch von Harzer, stickig er über der Stadt schwebt, weist auf eine Salzschmelze hin, die nicht mehr aufzuhalten ist. In Abfolge ergießt sich Schmelzkäse in die Ruhr, die als Molke-Reservoir nicht mehr zu verantworten ist.

In Insider-Kreisen spricht man bereits davon, den Hofladen einschließlich Käsekessel und den Honigwein- bzw. Reifekeller dicht zu machen, auch wenn es nach außen ständig heißt: „Alles in Butter“.

Hildegard Grygierek, 06.07.2013

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Erschütternde Szenen im St. Antoniusstift

Posted on 15 Juni 2013 by Dr. Volker Steude

die Bewohner des Antoniusstiftes fühlen sich im Stich gelassen. Der Trägers des Heims, der kath. Probst Ludwig und die Stadt tragen auf dem Rücken der Bewohner ihre Streitigkeiten aus. Nervlich sind die Bewohner am Ende. Die Ungewissheit über ihre Zukunft belastet sie schwer.

Dieses erschütternde Dokument zeigt was hinter der Fassade der Bewohner vorgeht, wie groß ihre Verzweiflung ist:


Filmbericht: 17:30 Uhr SAT1NRW (Bild anklicken zum Start des Films)

Probst und Stadt haben planlos zugesehen wie es zu dieser Situation kommen konnte. Beide geben vor im Sinne der Bewohner zu handeln. Wenn dem wirklich so wäre, würde es dann solche Bilder aus dem Heim geben? Continue Reading

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Überschwemmung im Rathaus

Posted on 13 Juni 2013 by Dr. Volker Steude

Ottilie Scholz sitzt am Schreibtisch und beleuchtet nachdenklich das Kassenbuch. „Du, Manni, wenn wir das Abwassersystem auf die Reihe kriegen wollen, dann müssen wir was machen“.

rathaus„Welches Abwassersystem, fang mir bloß nicht wieder mit dem Kanalnetz an, Otti, da mussten wir schon genug dazubuttern“, erwidert der Kämmerer gedankenverloren aus dem Rathausfenster schauend, welches vom Regen undurchlässig geworden ist. Allerdings nur was die Sicht betrifft.

„Sieh mal, Hase, da kommt Wasser durchs Fenster, wollen wir uns lieber darum kümmern und nicht um Kack-Deals von Gestern“.

Vor Schreck über das bereits auch durch die Tür eindringende Wasser greift Ottilie zum Wasserglas, um mit dem Inhalt eine Beruhigungstablette herunterzuspülen. „Manni, was machen wir denn jetzt“, drängt sich Ottilie schutzsuchend an den Kämmerer, der deutlich spürt, dass das Wasser bereits bis zum Hals steht. „Lass uns aufstehen, Ottilie, dann haben wir eine Chance das zu übersteh´n“.  Continue Reading

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Nach Opel – Bochum als Standort einer Online-Universität, die Studierende in aller Welt unterrichtet?

Posted on 08 Juni 2013 by Dr. Volker Steude

Opel geht. Was kommt? Ideen sind gefragt. Der Aufbau einer Online-Universität, ein Trend aus den USA, könnte auch für den Bildungsstandort Bochum ein Stück Zukunft sein.

Math_lecture_at_TKKStudieren via Internet an einer Universität, die Vorlesungen im Internet für Studierende in aller Welt anbieten. Vorlesungen auf Youtube oder via Skype. Die Materialien zu den Kursen sind online in deutsch, englisch, spanisch und anderen Sprachen verfügbar. Studierende tauschen sich in Lerngruppen via Skype grenzenlos über den ganzen Globus aus.

Universitäten wie Harvard und Stanford haben das Potential bereits erkannt. Mit 60 Millionen Dollar Startkapital hat das Massachusetts Institute of Technology (MIT) zusammen mit anderen renommierten Hochschulen gerade eine Online-Universität (EDX) gegründet. Schon seit Jahren bietet das MIT online Materialien in sechs Sprachen für über 2000 Kurse an. In Kalifornien wurde gerade mit 15 Mio. Dollar das Bildungs-Startup Udacity aufgebaut.

Durch Online-Lehrveranstaltungen und Studiengänge lässt sich die Reichweite, der Universitäten dramatisch erhöhen. So bot der aus Deutschland stammende Informatik-Professor Sebastian Thrun an der US-Universiät Stanford Ende 2011 seine Einführung in die künstliche Intelligenz als Online- Vorlesung im Netz an. 160.000 Studenten buchten das Angebot, 23.000 meldeten sich zum Online-Abschlussexamen an (Welt vom 06.06.13). Continue Reading

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Wegen Zahngold-Skandal jetzt Vulkaneinäscherung?

Posted on 04 Juni 2013 by Dr. Volker Steude

Bäh – Die Stadt Bochum bereichert sich am Zahngold und anderen Edelmetallen der Verstorbenen. Viele Bürger sind nicht bereit, das länger hinzunehmen. Auch nach dem Tod, wollen die Menschen solch städtischer Willkür nicht mehr ausgesetzt sein.

800px-Siegen_Monte_SchlackoManche befürchten, dass längst aus den Grabgestecken der Verstorbenen der Blumenschmuck in den Bürgermeisterbüros bestückt wird. Die immer häufiger als Tischschmuck auf den städtischen Tafeln vorzufindenden Kränze, lassen einen furchtbaren Verdacht aufkommen.

Erst kürzlich kam das Gerücht auf, anstatt der auf dem Platz des europäischen Erbrechens vorgesehenen 24 Namensplatten aus armenischem Granit, sollten dort die Grabsteine der Verstorbenen verbaut werden. Das wäre praktisch, die nötigen Gravuren sind auf den Steinen ja schon vorhanden, die Namen der Bürger auf den Platten schon drauf. Ein europäisches Versprechen können die Bochumer Bürger dem lieben Herrgott auch im Himmel geben. Die teure Beschaffung der Platten aus dem fernen Armenien jedenfalls entfiele, so wohl das Kalkül einiger Stadtoberen. Continue Reading

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