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Überschwemmung im Rathaus

Posted on 13 Juni 2013 by Dr. Volker Steude

Ottilie Scholz sitzt am Schreibtisch und beleuchtet nachdenklich das Kassenbuch. „Du, Manni, wenn wir das Abwassersystem auf die Reihe kriegen wollen, dann müssen wir was machen“.

rathaus„Welches Abwassersystem, fang mir bloß nicht wieder mit dem Kanalnetz an, Otti, da mussten wir schon genug dazubuttern“, erwidert der Kämmerer gedankenverloren aus dem Rathausfenster schauend, welches vom Regen undurchlässig geworden ist. Allerdings nur was die Sicht betrifft.

„Sieh mal, Hase, da kommt Wasser durchs Fenster, wollen wir uns lieber darum kümmern und nicht um Kack-Deals von Gestern“.

Vor Schreck über das bereits auch durch die Tür eindringende Wasser greift Ottilie zum Wasserglas, um mit dem Inhalt eine Beruhigungstablette herunterzuspülen. „Manni, was machen wir denn jetzt“, drängt sich Ottilie schutzsuchend an den Kämmerer, der deutlich spürt, dass das Wasser bereits bis zum Hals steht. „Lass uns aufstehen, Ottilie, dann haben wir eine Chance das zu übersteh´n“. 

Gesagt, getan. Nachdem beide die Standposition eingenommen haben, geht das Wasser tatsächlich nur noch bis zur Körpermitte. Manfred, der als geborener Humorist die Panik seiner Kollegin ein wenig dämpfen will, ohne als ,Dummer August‘ dastehen zu wollen, weiß mit einem schlauen wie lustigen Spruch die Stimmung aufzuheitern. „Zur Mitte, zur Titte, zum Geldsack , zack-zack“, versucht er die Panikattacke zu drücken .. was ihm tatsächlich gelingt.
„Manni, wenn ich dich nicht hätte, du Komiker. Komm, rette sich wer kann, ähm, den Safe, wir springen aus dem Fenster und schwimmen nach Hause, so wie es die Bürger auch machen“.

„Gut so, Ottimaus. Sollen die Bürger wissen, dass wir uns ebenbürtig fühlen und genauso beschissen“.

Hildegard Grygierek, 29.06.2013

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