Archive | Juli, 2013

„Älteste Hausbesetzer Deutschlands“ für besonderes bürgerliches Engagement ausgezeichnet

Posted on 17 Juli 2013 by Dr. Volker Steude

Hedwig und Heinz Roziniski wurden ausgezeichnet für ihr besonderes bürgerliches Engagement zum Erhalt des St. Antoniusstiftes. Die BÄH-Initiative („Bochum ändern mit Herz“) übereichte am 16.07. die Urkunden. Auch die anderen Bewohner des Stiftes, von der Presse auch als „älteste Hausbesetzer Deutschlands“ bezeichnet, werden in den nächsten Wochen ausgezeichnet.

rozinskiVom Propst und der Stadt im Stich gelassen, versuchten die alten Menschen des Antoniusstiftes über Monate ihre Gemeinschaft und ihr Recht auf Selbstbestimmung bei der Wahl ihre Wohnortes zu verteidigen. Letztlich leider erfolglos, weil Propst und Stadt Ihren Streit rücksichtslos auf dem Rücken der Bewohner austrugen.

Bei der Übergabe der Urkunde bemerkte Heinz Rozinski nochmal, dass man ihn und seine Mitbewohner bei den Gesprächen zwischen Propst und Stadt einfach übergangen habe. Trotz der gesetzlich verankerten sogenannten Teilhabe der Bewohner an den Entscheidungen von Träger und Behörden, habe man die Rechte und Anliegen der Bewohner einfach ignoriert. Die Stadt hatte jedes Gespräch mit den Bewohnern immer wieder abgelehnt. Continue Reading

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Viktoriastraße in neuem Glanz?

Posted on 13 Juli 2013 by Dr. Volker Steude

Jetzt wo das „Musikzentrum“ kommen soll, will die Stadtverwaltung auch die Viktoriastraße in neuem Glanz erstrahlen lassen. Obwohl es andere Straßen in Bochum wohl deutlich nötiger haben, will man die Straße zwischen Schauspielhaus und Südring gänzlich neu bauen. Was u.a. zur Folge hat, dass nach dem Platanenmassaker für das „Musikzentrum“ weitere 29 Bäume beseitigt werden sollen.

viktoriastraßeHinzu kommt, die von der Stadt bisher vorgelegten Planungen sind leider ernüchternd. Sie können die besonderen Anforderungen, die die Viktoriastraße an die Planungen stellt, nicht ansatzweise erfüllen. Optisch ist das Ergebnis der Planungen nicht mehr als uninspirierte Dutzendware.

2008 noch wollte man den Straßenabschnitt für das Kulturhauptstadtjahr besonders gestalten (Ergebnisse Workshop). Damals sollten die Bäume angestrichen und das ganze Ensembel besonders beleuchtet werden. Jetzt sollen die Bäume weg und einer 08/15-Gestaltung weichen, wie man sie in Frankfurt-Süd, Bitterfeld, Bielefeld und hundert weiteren Städten schon in den 90ern gebaut hat.

Wenn die Straße eine neue Gestaltung erhalten soll, dann sollte man sich bewusst sein, dass dieses Einfallstor in die Stadt ein sensibler Bereich ist. Continue Reading

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Publicity Bochum

Posted on 12 Juli 2013 by Dr. Volker Steude

Wenn wir unsere Bochumer Marketing nicht hätten, dann hätten wir keine Publicity, kein Highfidelity..

.. nur eine Univercity.

Aber was will man mit einer Stadt, die keine Freude hat? Zum Glück haben wir ja noch das Bermunda3ck. Sorry, an dieser Stelle entschuldige ich für mich für mein Dreieck, aber bei meinem verzichte auf dieses komische E neben der 3, weil das einfach nur blöd aussieht und kein Mensch versteht, warum neben der 3, welches umgekehrt ein E ergibt, ein E steht.

Nichts desto trotz, die Bochumer Marketing ist bemüht so gut es geht .. und wenn sie selbst ein Ding, ops, einen Werbe-Spott dreht. Zum Thema „Tagen“ hat sie sich was ganz Lustiges einfallen lassen. Genau in dem Moment, wo alle denken, jetzt kommt die „Wochenshow“ aus Bochum, kommt was ganz Verrücktes. Nein-nein, nicht die Wettervorhersage von Herrn Kachelmann, sondern .. na, raten Sie mal. So – und jetzt bitte festhalten. 40 Sekunden lang werden in einem Clip-Fisch sogenannte „Destinationen“ vorgestellt. Aber nicht irgendwelche – Tierpark, Stadtpark, Stadtbad oder so – sondern für Tagungen!

Ich denke, wer in Bochum nicht parkt, bzw. als Tagender (egal ob als Eintagsfliege oder er nach drei Tagen die Fliege macht) nicht tagt, ist selbst schuld. Untertage, also im Bergbaumuseum, sieht Bochum von unten genauso aus wie von oben, was das Exzenter-Haus ‚Gott-sei-Dank‘ (noch) nicht als Ex-Center-Haus beglaubigt. Die Weitsicht spricht für sich und die Sichtweite, insbesondere der Marketing, eine völlig andere Sprache. Da spricht man nämlich von einem umfassenden Service im Bereich „prickelnde Unterhaltung“, „Special-Event-Location“, „Zimmervermittlung“ etc. . Was auch immer damit gemeint ist, wer meint, in Bochum könnte man keinen „Spaß“ haben, der kennt da ein paar „Einrichtungen“ nicht, über die man nicht so gerne spricht, statt dessen über verlegte Kassenbelege herzhaft lacht.

Na, siehste, lieber Tagende, kaum da, und schon kaputtgelacht. So wird Werbung gemacht.

Hildegard Grygierek, Bochum, den 12.07.2013

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Bochums Straßen verkommen – Rat verweigert Geld für notwendige Reparaturen

Posted on 12 Juli 2013 by Dr. Volker Steude

Schlaglöcher, aufgebrochene Gehwege, fehlendes Kopfsteinpflaster, notdürftig geflickte Teerdecken – in Bochum weniger die Ausnahme als der Normalzustand. Mindestens 12 Mio. müssten nach Angaben der Stadt jährlich eigentlich für die Reparatur der Bochumer Straßen aufgewendet werden. Tatsächlich stellen Rat und Verwaltung nur 2 Mio. bereit. Das Ergebnis ist verheerend. Der Zustand vieler Straßen erinnert an die Verhältnisse in der Spätzeit der DDR. Straßen und Bürgersteige geben an vielen Ecken der Stadt ein völlig heruntergekommenes Bild ab.

8368088137_a73f4da93c_cMit 25 Mio. gibt die Stadt sogar den jährlichen Wertverlust bei den Straßen an. Dieser Betrag müsste also jedes Jahr investiert werden, um nicht nur die Substanz, sondern auch den Wert der Infrastruktur der Verkehrswege zu erhalten. Sage und Schreibe 23 Mio. gibt die Stadt jedes Jahr somit zu wenig für Straßen aus. Der Sanierungsstau allein für die Straßen, wächst damit in 10 Jahren auf die gigantische Summe von weiteren 230 Mio. Euro. Continue Reading

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175 Jahre Sparkasse – Voten bis der Arzt kommt

Posted on 06 Juli 2013 by Dr. Volker Steude

1.750 Euro will die Sparkasse ausschütten für die 50 beliebtesten Sport-Projekte, so berichtete es der Jupp Tenhagen (2. Beisitzer) bei uns auffe Vorstandssitzung. Das sind wir natürlich dabei. Der ganze TUS Grün-rot-schwarz-weiß-lila Grumme Südsüdwest, war wochenlang beschäftigt sich ein Projekt auszudenken, was wohl ne Chance hätte auf einen der ersten 50 Plätze zu kommen, beim Voting vonne Bochumer Bürgers. Karl-Heinz schlug vor 58 Eckfahnen zu kaufen, dann hätten wir davon für die nächsten 20 Jahre genug. Dat fand aber keine Mehrheit. Auch Bier und Schnaps fürs nächste Clubfest wurde knapp abgelehnt. Lange wurde noch Emmas Krawlinskis Vorschlag diskutiert, ein Benefizspiel mit de SPD-Prominenz zu organisieren, damit unsere erste denen ma so richtig die Bude voll macht. Doch Serbo Holski unser 2. (Vorsitzender) war, dagegen weil er doch der Schwippschwager vom Eiskirch ist.

sparkasseAm Schluss haben wir uns für dat Projekt „Jedem Kind sein Fussball“ entschieden. Jedet Kind im Verein soll einen Fussball bekommen. Damit kann in der guten Stube Vatter, Opa und die ganze Familie weggedribbelt werden. Fussi auf engstem Raum, dat schult. Präzise Flanke auf Opas Pläte, der die Pille gekonnt auf den neuen Plasma köpft. So hat auch mal der Goretzka, der olle Überläufer, angefangen.

Ne Haftpflichtversicherung sollte et gleich mit dabei geben. Denn wenn der Fußball mal ganz aus Versehen die Geige von „Jedem Kind ein Instrument“ trifft, dann wird et nicht so teuer.

Viele im Verein fuhren jetzt ne Doppelstrategie. Dat angemeldete Projekt bei de Sparkasse unterstützen, gleichzeitig Konten beie Sparkasse kündigen, weil die ja letztes Jahr die Kontoführungsgebühren so kräftig angehoben hatten. Ehrlich, da hatte ich bei meine Kündigung etwas Gewissenbisse, schließlich musste die Kasse ja die Gebühren erhöhen, auch um sich den schönen Wettbewerb leisten zu können. Continue Reading

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Insolvenz beim Antoniusstift – Keine Gewinner, nur Verlierer

Posted on 01 Juli 2013 by Dr. Volker Steude

Wohl einmalig in Deutschland – die katholische Kirche lässt den Trägerverein eines Altenheimes in Insolvenz gehen. Ganz bewusst hat sich die katholische Gemeinde St. Peter und Paul dagegen entschlossen die Verluste, die durch die Fehlplanungen bei dem von ihr betriebenen Trägerverein des Antoniusstiftes entstanden sind, auszugleichen und hat den Verein in die Insolvenz geschickt. Jetzt müssen nicht nur die Bewohner gegen ihren Willen umziehen, auch den Mitarbeitern werden ihre geleisteten Mehrarbeitsstunden nicht entlohnt und nach drei Monaten stehen sie auf der Straße. Auch eine Abfindung bekommen sie natürlich nicht.

220px-Bochum_ProbsteikircheNoch vorletzte Woche erklärte Propst Ludwig den Bewohnern, er befinde sich in guten Gesprächen mit der Stadt, um eine Lösung zu finden. Gleichzeitig stellte er die Weichen für die Insolvenz. Vorher versuchte er noch die qualifizierten Mitarbeiter für das Marienstift (ebenfalls ein Altenheim der Gemeinde St. Peter und Paul) zu gewinnen. Solches Verhalten ist unsozial und einer Kirche nicht würdig. Doch wer hat das Desaster zu verantworten?

Das Bistum nimmt sich in der Sache nichts an. „Wenn eine Pfarrei meint ein Altenheim betreiben zu wollen, ist das auch allein deren Sache.“, so Ulrich Lota, Leiter der Pressestelle des Bistums. Man sähe sich da in keiner Verantwortung. Solche Scheinheiligkeit ist nur schwer zu ertragen. Hätte das Stift einen offen homosexuell lebenden Mitarbeiter beschäftigt, dann hätte der Bischof umgehend eingegriffen, geht es um die Rechte der Mitarbeiter und Heimbewohner einer katholischen Einrichtung im Bistum beruft man sich darauf nicht zuständig zu sein.

Also ist nun die katholische Gemeinde St. Peter und Paul in der Pflicht, für den in ihrem Namen beim Trägerverein entstandenen Schaden aufzukommen. Aufgrund der Höhe des Schadens wird es jedoch nicht ausreichen, wenn man in der Gemeinde den Klingelbeutel rum gehen lässt. Grundsätzlich stellt sich die Frage, wer hat überhaupt über die Insolvenz entschieden und wer hat die endlose Reihe von Fehlentscheidungen, die bis dahin führten, zu verantworten. Da ist als erster Propst Ludwig zu nennen, der trotz seiner guten Beziehung in der Stadtpolitik am Ende seine fragwürdige Strategie zum Bau des Altenstiftes nicht durchsetzen konnte. Als zweites wäre der Kirchenvorstand der Gemeinde St. Peter und Paul zu erwähnen, der diesen Plan mitgetragen haben muss.

Zumindest muss der Immobilienausschuss des Kirchenvorstandes von allen Handlungen des Propstes unterrichtet gewesen sein. Warum er nicht rechtzeitig die Notbremse gezogen hat, ist unerklärlich. Man hat geschwiegen und dem Drama seinen Lauf gelassen, selbst dann als der Skandal bereits seitenweise die Medien füllte. Aber auch dieses Verhalten macht mitschuldig.

Brisant wird die Sache, wenn man liest, wer im Kirchenvorstand vertreten ist: Lothar Gräfingholt, CDU, Stadtrat und Vorsitzender des Ortsverbandes Riemke, Dr. Stefan Jox, CDU, Stadtrat, Bernt Kuldszun, CDU, stellvertretender Vorsitzender des Ortsverbandes Riemke. Da wundert es nicht, dass auch die CDU die ganze Zeit keine ernsthaften Bemühungen zeigte den Bewohnern zu helfen, ist doch ein Teil der Partei auf der anderen Seite für das Desaster an vorderster Stelle mitverantwortlich.

Die herrschende Politik und Verwaltung (SPD, Grüne und CDU) haben durch ihr Verhalten immer wieder deutlich gemacht, dass ihnen das Schicksal der Bewohner und Mitarbeiter eigentlich völlig gleichgültig ist. Die Bitten der Bewohner um ein Gespräch wurden missachtet oder mit fadenscheinigen Begründungen abgelehnt. Wäre man an der Sache und Lösungen wirklich interessiert gewesen, man hätte jede Gelegenheit zum Gespräch genutzt.

Auch die im Gespräch zwischen Bewohnern, Seniorenbeirat und BÄH-Bürgern diskutierte Lösung des Problems, die Bewohner schrittweise in das gegenüber dem Antoniusstift liegende Marienstift umzusiedeln und das Antoniusstift noch offen zu halten bis alle Bewohner dort einen Platz gefunden haben, wurde von Politik, Propst und Verwaltung beiseite gewischt und ignoriert.

Auch hätte es nie soweit kommen dürfen. Wären Propst und Stadt nicht so planlos und gedankenlos vorgegangen, man hätte frühzeitig eine Lösung finden können und müssen.

Der Propst hätte sein Bauvorhaben geordnet und planvoller verfolgen müssen. Sofern er jemals einen Zeitplan hatte, dann hat er sich offensichtlich selbst am Wenigsten daran gehalten. Als der Stadt klar wurde, dass sie einen Weiterbetrieb des Stiftes unter allen Umständen verhindern würde, und dass muss ihr spätestens klar geworden sein als der Propst im Dezember 2012 einen Antrag zur Verlängerung der Nutzung stellte, hätte sie das Gespräch mit den Bewohnern suchen müssen, um für diese eine tragbare Lösung zu finden. Doch man tat nichts, wartete mit dem ablehnenden Bescheid bis Anfang Mai, um den Bewohnern zu verkünden, dass sie bis 31.05. ausziehen müssten.

Der Presse erklärte die Stadt die Bewohner könnten wegen akuter Sicherheitsmängel nicht im Antoniusstift verbleiben. Als die Bewohner nach den konkret bestehenden Mängeln fragten, stellte sich heraus, dass zumindest akute Baumängel, die die Sicherheit der Bewohner akut gefährden, nicht bestehen.

So geht man mit alten Menschen nicht um. Das hilf- und planlose Verhalten von Probst, maßgeblicher Politik und Verwaltung war einfach nur peinlich.

Jetzt ist die Gemeinde St. Peter und Paul in der Pflicht. Die Mehrarbeit der Mitarbeiter muss vollständig entlohnt werden, ggf. ist Hilfe zu leisten, wenn Mitarbeiter nach 3 Monaten keine neue Arbeitsstelle finden und für die Bewohner sind neue Heimplätze zu organisieren, die sicherstellen, dass die Gemeinschaft der Bewohner im Wesentlichen intakt bleiben kann. Wenn das der Trägerverein des Antoniusstiftes nicht mehr leisten kann, dann ist es jetzt Aufgabe der Gemeinde für das Notwendige zu sorgen, da sollten Propst, Gräfingholt, Jox, und Kuldszun vorne weg gehen, denn es gibt wohl einiges wieder gut zu machen.

Wer Seelsorge und Barmherzigkeit ernst nimmt, schickt kein Altenheim in die Insolvenz, um sich der Verantwortung zu entziehen.

Bildnachweis: Stahlkocher, Wikipedia

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