Archive | Oktober, 2013

Neues Wohnviertel „Ostpark“-Bochum – Chance oder Scheitern

Posted on 26 Oktober 2013 by Dr. Volker Steude

1.000 neue Bewohner soll der so genannte „Ostpark“ nach Bochum locken (Verwaltungsvorlage 20131959). Das wäre für das schrumpfende Bochum eine Chance, die nicht vertan werden darf. Doch die Bewohner in Altenbochum und Laer, zwischen denen südlich des Hauptfriedhofes und nördlich des Werner Hellweges das neue Wohnviertel entstehen soll, sind skeptisch. Sie befürchten mehr Verkehr in ihren Wohnquartieren und weitere Fehlplanungen, die ihre Stadtviertel zerstören.

plan-ostparkInsbesondere Laer kann als Musterbeispiel für städtische Fehlplanungen gelten bei denen konsequent Wohnqualität für Verkehr geopfert wurde. Die eigentliche Entwicklungsachse Alte Wittenerstraße wurde gekappt und durch die jetzige gesichtslose Wittener Straße ersetzt. Als Zentrum im Viertel wurde der Lahariplatz geschaffen, dessen Überleben über die letzten Jahre permanent gefährdet war und der mit seinen 3 bis 4 Geschäften seine Funktion als Nahversorgungszentrum gerade zufriedenstellend erfüllen kann (Masterplan Einzelhandel, S. 228). Vernünftige fußläufige Verbindungen zu den benachbarten Stadtvierteln bestehen so gut wie nicht. A43, Wittener Straße sowie A44 und zukünftige Opelspange kesseln das Stadtviertel förmlich ein.

Nördlich des Werner Hellwegs sollte in den 60/70er Jahren ein Hochhausviertel aller Huestadt entstehen. Dieses Projekt wurde zum Glück abgebrochen wurde. Die Reste dieses Versuchs, zwei ideenlose Wohnsilos, liegen heute mitten in der Pampa und sind entsprechend nicht nur aufgrund ihrer Bauweise als Wohnquartier entsprechend unbeliebt. Continue Reading

Comments (0)

Schule hat in Bochum keine Lobby

Posted on 12 Oktober 2013 by Dr. Volker Steude

Der BoGeStra fehlen die Bewerber für die Ausbildungsplätze. Im Bereich Informatik gibt es bisher ganze drei Bewerbungen. Die Bewerbungsfrist für die Schulabgänger 2014 wurde schon um einen Monat verlängert (WAZ vom 07.10.13). feldsieperDoch das Problem besteht nicht nur bei der BoGeStra. In Bochum standen im August 529 Lehrstellen suchenden Schülern, 411 noch unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. Bei vielen jedoch reichen die schulischen und persönlichen Fähigkeiten nicht aus, um eine Lehrstelle zu bekommen. Viele Unternehmen in Bochum und Wattenscheid bieten gar keine Ausbildungsstellen mehr für Schüler mit Hauptschulabschluss an. Der Schulabschluss reicht nicht, um die Ausbildung erfolgreich zu durchlaufen. Hinzu kommt, die Zahl der Jobs für Geringqualifizierte sinkt stetig. Die Anforderungen an die Schulabgänger werden höher, da die meisten Jobs eine immer höhere Qualifizierung erfordern. Gleichzeitig gehen immer noch Schüler ohne oder mit zu geringem Schulabschluss ab. Continue Reading

Comments (1)

Dank Abrissbirne und Konjunkturpaket – Sanierungsbedarf bei städtischen Gebäuden nimmt um 79 Mio. ab

Posted on 10 Oktober 2013 by Dr. Volker Steude

Von 359 Mio. Euro vor 5 Jahren soll der Sanierungbedarf bei den städtischen Gebäude und Liegenschaften jetzt auf 280 Mio. Euro gesunken sein (Sanierungsbedarfsliste 2013). Das hört sich erstmal gut an und klingt erfreulich. Ist jedoch leider nur die halbe Wahrheit.

abrissTatsächlich wurde bei der Aufstellung leider nicht der gesamte Sanierungsbedarf für die städtischen Gebäude und Liegenschaften erfasst, sondern nur der Sanierungsbedarf für den Bereich Hochbau, also für den Erhalt der Gebäudehüllen (Dächer, Fenster und Fassaden) und die grundlegende technische Gebäudeausrüstung. Bei der Erfassung gänzlich unberücksichtigt blieb der Sanierungbedarf bei der Einrichtung und Ausstattung der Gebäude, also den sogenannten Ausbaugewerken (Fliesen, Ansrich, Bodenbelag, Sanitäreinrichtungen u.a.). Ebenfalls nicht berücksichtig wurde der Sanierungsbedarf für energetische, brandschutztechnische und Schadstoffsanierungen. Continue Reading

Comments (1)

Massenhafter Arbeitsplatzabbau bei Opel, Outokumpu und Blackberry trifft auf hilflose Wirtschaftsförderung

Posted on 05 Oktober 2013 by Dr. Volker Steude

Immer neue Hiobsbotschaften erreichen Bochum: Opel, Outokumpu und Blackberry bauen massenhaft Arbeitsplätze ab. Gleichzeitig siedeln sich nur wenige Unternehmen neu in Bochum an. So stehen in Bochum bereits jetzt Gewerbe- und Büroflächen zu Hauf leer. Biomedizinpark, Exzenterhaus, Jahrhunderthaus, Kruppverwaltung sind nur die bekanntesten Beispiele.

industrieSeit Jahren diskutieren die Parteien in Bochum über eine Neuausrichtung der städtischen Wirtschaftsförderung. Nach Jahren der Untätigkeit liegen lediglich ein paar erste Vorschläge zur Zusammenfassung von EGR und dem Amt für Wirtschaftsförderung vor.

Politik und Verwaltung haben es über Jahrzehnte versäumt die Wirtschaftsförderung zukunftsfähig aufzustellen. Die Folge: Heute, wo Opel, Outokumpu und Blackberry massenhaft Arbeitsplätze abbauen, ist die Wirtschaftsförderung völlig überfordert. Obwohl die Entwicklung schon seit Jahren absehbar war, ist die Wirtschaftsförderung darauf leider nicht vorbereitet. Trotzdem die Stadt bei Unternehmensbefragungen hinsichtlich ihrer Wirtschaftsfreundlichkeit immer wieder alarmierend schlecht abschneidet, passierte bei der Wirtschaftsförderung nichts Entscheidendes. Zuletzt 2012 kam Bochum bei der Studie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) wieder nur auf Platz 43 von 50 Städten.

Politik und Verwaltung haben versagt.

Continue Reading

Comments (0)

Gut gemeint ist nicht gut gemacht – Der Sponsoringwettbewerb der Stadtwerke

Posted on 01 Oktober 2013 by Dr. Volker Steude

Um 11:36 Uhr, 24 Minuten ehe der Sponsoringwettbewerb der Stadtwerke (Dafür schlägt mein Herz!) eigentlich enden sollte, bricht der Server für den Online-Wettbewerb endgültig zusammen. Bürger, die noch auf den letzten Drücker ihre Herzen vergeben wollten, wurden damit vom Wettbewerb ausgeschlossen, die betroffenen Projekte entsprechend benachteiligt. voting

Erstaunlich, dass die Stadtwerke, nachdem gleiches ja bereits der Sparkasse passiert ist, nicht in der Lage waren ausreichende Serverkapazitäten für ihren Wettbewerb zur Verfügung zu stellen. Vor dem Serverabsturz spielten sich wahre „Votingbattle“ ab.

Nach Wochen der Ruhe wurden innerhalb weniger Stunden tausende von Herzen abgegeben. Die Gewinner des Wettbewerbes verdoppelten teilweise in 24 Stunden ihre Abstimmungsergebnisse. Dass mitten in der Nacht innerhalb von wenigen Stunden hunderte Bürger für ein Projekt abgestimmt haben sollen, auch das erscheint unrealistisch. Ebenso wenig glaubhaft ist, dass gerade in den letzten Stunden vor Ende des Wettbewerbs für ein und dasselbe Projekt alle zwei Minuten ein Bürger abgestimmt hat. Dies ist nur plausibel, wenn die Aktivisten der Projekte am Ende diejenigen eingegeben haben, die zuvor auf Unterschriftenlisten für ihr Projekt gestimmt haben. Dass sich die Abstimmungen durch solche Unterschriften belegen lassen, ist allerdings nur vom Spieldrachenprojekt der BÄH-Initiative bekannt. Continue Reading

Comments (0)

Advertise Here

Photos from our Flickr stream

See all photos

Advertise Here

Facebook

BÄH-Bürger bei Facebook ........................................