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Graf Engelbert beabsichtigt einen Umzug und schreibt Oberbürgermeister Eiskirch einen dringenden Brief

Posted on 28 Mai 2016 by Dr. Volker Steude

Werter Herr Thomas von Eiskirch, oberster Bürgermeister zu Bochum,

ich, der ehrenwerte Graf Engelbert III von der Mark stehe seit Jahr und Tag auf dem Platze am Kerkwege, im Volksmund auch Engelbertbrunnen genannt. Über Jahrzehnte habe ich über den Platz geblickt und es gab ein vergnügliches Wasserspiel zu meinen Füßen.

Die Figur des "Graf Engelbert" steht am 29.05.2009 an ihrem neuen Standort in der Kneipenmeile "Bemudadreieck" in Bochum. +++ Foto: Lutz Leitmann/Stadt Bochum, Presseamt

Foto: Lutz Leitmann/Stadt Bochum, Presseamt

Doch seit ein paar Jahren hat man mich verbannt an einen verloren Ort direkt an den Kerkwege, von dem ich nichts Interessantes zu erblicken vermag. Kamen früher Kinder, Ehrenleute und Familien zu mir, um mich zu sehen, den Grafen, dessen Vater Eurem Bochum die Stadtrechte verliehen hat, der den Schützen aus Bochum jedes Jahr einen Maibaum stiftete aus dem Bockholt von Harpen für ihre Hilfe bei der Dortmunder Fehde, so kommt heute kaum jemand mehr. Man übersieht meine Wenigkeit, ich fühle mich verloren. Nur die Maischützen halten mir die Treue und besuchen mich im Laufe jeden Jahres einmal.

Wertester Thomas, es wurde mir angetragen, Ihre Zeit sei kostbar, denn sie eilten mit Ihrem Spaten tagtäglich von Eröffnung zu Eröffnung. So wollte ich zunächst mein Anliegen im Bürgerbüro vorbringen, jedoch waren mir die Zeiten des Wartens auf einen Termin dann doch zu lang, so dass ich mir nunmehr erlaube, Sie mit meiner Bitte höchstpersönlich zu behelligen. Ihnen, dem obersten Sachverwalter der Stadt, möchte ich gnädigst den Vorschlag unterbreiten mich aus der Verbannung zu entlassen und an einen anderen Platz umzuziehen zu lassen. Continue Reading

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Servicewüste Bürgerbüros

Posted on 21 Mai 2016 by Dr. Volker Steude

Leider gibt es für das, was sich aktuell bei der Terminvergabe der Bürgerbüros abspielt, nur ein Wort: desaströs. Seit April können die Bürger die Dienstleistungen der Bürgerbüros (z.B. Beantragung eines Personalausweises, Ummeldungen) nur noch in Anspruch nehmen, wenn sie vorher einen Termin vereinbaren. In der Folge sind die Vorlaufzeiten auf einen Termin in allen Bürgerbüros auf über einen Monat hochgeschnellt (siehe Tabelle). Die durchschnittliche Vorlaufzeit in den Bürgerbüros beträgt 33 Tage. In keinem Bürgerbüro wartet man weniger als 32 Tage auf einen Termin!

Foto: Stadt Bochum

Foto: Stadt Bochum

Für das An- bzw. Ummelden des Wohnsitzes besteht gemäß § 17 BMG eine Frist von maximal zwei Wochen, danach kann ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 500 Euro verhängt werden. Die Stadt fordert ihre Einwohner zwar auf die Frist einzuhalten (Internetseite). Verhindert aber gleichzeitig aufgrund der schlechten Organisation der Bürgerbüros, dass diese sich gesetzeskonform verhalten. Diese Situation ist unhaltbar.

buergerbuero termineSollen die Fristen des Gesetzgebers eingehalten werden, sind den Bürgern Terminvorlaufzeit von mehr als einer Woche nicht zuzumuten.

Erst Anfang Mai verkündete Oberbürgermeister Eiskirch, die Verwaltung verfolge als neues Leitbild „Vorreiter modernen Stadtmanagements“ zu sein. Die Verwaltung will also ein Ferrari werden, präsentiert sich aber als Wartburg. Continue Reading

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Frank Goosen soll Verbeek als Trainer des VfL Bochum folgen

Posted on 12 März 2016 by Dr. Volker Steude

Man stelle sich vor: Die Nachfolge von Verbeek ist gesichert, Frank Goosen soll nach der Saison 2017/18 als Trainer folgen. Die Personalentscheidung wurde damit begründet, dass Goosen bereits langjährig als Jugendtrainer bei DJK Arminia Bochum tätig ist. Goosen ist zudem leidenschaftliches VfL-Mitglied und seit Oktober 2010 Mitglied des VfL-Aufsichtsrats.

goosenNeuer VfL-Trainer Frank Goosen? (Foto: Das blaue Sofa / Club Bertelsmann)

Die Fans stellen sich die Frage, besitzt Goosen die erforderliche Qualifikation und Erfahrung um eine Bundesligamannschaft erfolgreich zu trainieren? Ohne Zweifel bringt er die notwendige Leidenschaft und Vereinstreue mit, aber reicht die Erfahrung als Jugendtrainer für den Bundesligajob?

Keine Angst, diese Nachricht ist eine Ente. Eine Entscheidung über die Nachfolge von Verbeek gibt es natürlich noch nicht und der ehrenwerte Frank Goosen würde es vermutlich auch ablehnen seine Nachfolge zu übernehmen. Er ist ein großartiger Kabarettist und Romanautor und höchst engagierter VfL-Fan und Jugendtrainer, aber den Job als Bundesligatrainer würde er sich dann wohl doch weder zutrauen noch zumuten wollen. Continue Reading

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Unfähigkeit? – Bau der Goethe-Mensa scheitert auch im dritten Versuch

Posted on 06 Februar 2016 by Dr. Volker Steude

Der Mensabau am Goethe-Gymnasium ist auch im dritten Anlauf gescheitert. Eigentlich sollte mit dem Bau endlich im Januar diesen Jahres begonnen werden, jetzt wurden aufgrund der Ergebnisse der Ausschreibungen die bisherigen Bauplanungen komplett aufgegeben. Zum dritten Mal kam es bei den Planungen zu einer erheblichen Kostenexplosion. Neue Planungen müssen her, der ursprüngliche Entwurf muss massiv abgespeckt werden, insbesondere auf das begehbare Dach wird wohl verzichtet werden müssen.

mensaModerne Mensa (Foto: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)

Vorher wurde bereits zwei Mal der Kostenrahmen der Goethe-Mensa gesprengt. Statt ursprünglich geplanter 1,45 Mio., sollte die Mensa zuletzt schon 1,85 Mio. kosten. Dabei sind die internen Kosten der Verwaltung für die gescheiterten Planungsanläufe noch nicht mal mit einkalkuliert. Eigentlich sollte die Mensa 2013 fertig sein. Jetzt wird es wohl vermutlich auch 2017 noch nichts. Die Schülervertreter der Goethe-Schule werfen der Politik zu Recht Versagen vor. Continue Reading

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2116 – Wie wird Bochum in hundert Jahren aussehen?

Posted on 09 Januar 2016 by Dr. Volker Steude

Bochum und Wattenscheid 2116. Wie wird unsere Stadt da aussehen? Wie werden wir in 100 Jahren leben?

Voraussichtlich völlig anders als heute. Stadtgesellschaft und städtische Wirtschaft werden völlig anders strukturiert sein. Einen wesentlichen Teil der Arbeitsplätze im Bereich der Produktion und der Dienstleistungen, wie wir sie heute kennen, wird es nicht mehr geben. Dafür werden neue Beschäftigungen entstanden sein.

bochum 2016

Ein wesentlicher Teil unseres Lebens spielt sich 2116 digital ab: Es wird nicht nur online gekauft, sich informiert und kommuniziert, sondern auch die Mitbestimmung an der Stadtgesellschaft erfolgt online. Viele Dinge wie Autofahren, Waren und andere Dinge transportieren, machen die Menschen nicht mehr selbst, sondern erledigen Automaten und Roboter. Fahrerlose Transportsysteme und Drohnen gehören zum Stadtbild. Die Steuerung des Verkehrsflusses in der Stadt ist vollständig automatisiert, ebenso wie Lüftung, Heizung und die Bestellung der wesentlichen Lebenmittel durch den Kühlschrank.

Viele Dinge werden nicht mehr von jedem gekauft und besessen, sie werden mit anderen dann geteilt, wenn sie gebraucht werden. So wie es heute bereits bei Carsharing-Diensten oder Airbnb funktioniert. Continue Reading

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Bochum sucht eine neue Stadtidentität

Posted on 01 Januar 2016 by Dr. Volker Steude

Über Jahrzehnte sah sich Bochum als Stadt des Bergbaus und der Stahlindustrie. Die Stadt leistete einen wesentlichen Beitrag zum Wirtschaftswunder. Bis in die 70er-Jahre wurde Kohle gefördert. Danach blieben die Stahlschmelzen, Hochöfen und Walzwerke. Entsprechend wandelte sich die Stadtidentiät.

unistadt-bochum

Anfang der 60er-Jahre siedelte sich Opel an. Bochum wurde zur Autostadt. Auch die Stadt wurde autogerecht umgebaut. Die Stadt wurde mit 4 bis 6-spurigen Straßen überzogen. Die Straßenbahnen wurden zurück gebaut oder mit dem Ziel mehr Platz für den Autoverkehr zu schaffen, unter die Erde verbannt. Die Bürgersteige wurden vielerorts zum Parken frei gegeben. Das Statussymbol Auto nahm die Stadt in Besitz.

Seit dem letzten Jahr ist diese Zeit vorbei. Das Opelwerk, in dem die Fahrzeuge produziert wurden, wird abgerissen. Die Stadtidentität als Autostadt ist Geschichte. Doch wofür stehen Bochum und Wattenscheid jetzt? Womit identifizieren sich die Menschen zukünftig, die hier leben? Von außen betrachtet werden Bochum und Wattenscheid in den letzten Jahren als Städte des Niedergangs wahrgenommen. Überschuldung, Wirtschaftsschwund, Bevölkerungsabwanderung und der Verfall einzelner Stadtviertel prägen das Bild.

Mit dem Jahr 2016 steht die Stadt am Beginn einer neuen Ära. Die Stadt verändert sich, das Alte schwindet und muss durch Neues ersetzt werden. Doch wofür soll Bochum zukünftig stehen? Wie soll das Image der Stadt aufpoliert werden? In welche Richtung soll sich die Stadt verändern, in der Bochumer und Wattenscheider zukünftig leben wollen? Mit welchem Stadtbild werden sich die Einwohner in Zukunft identifizieren?

Der neue Stadtbaurat Markus Bradtke will für die Stadt eine neue Zielvorstellung entwickeln. Beantwortet werden soll die Frage, welche Ziele soll die wirtschaftliche und städtebauliche Stadtentwicklung zukünftig verfolgen? Eine klare Zielvorstellung ist für die Stadt wichtig, damit Politik und Wirtschaft wissen, für welche Projekte sie die begrenzten finanziellen Mittel priorisiert einsetzen sollen. Nur wenn in der Stadt gemeinsam an der Realisierung einer klar definierten Zielvorstellung gearbeitet wird, kann das Ziel absehbar erreicht werden und die entsprechende Profilierung der Stadt gelingen.

Es besteht jedoch die Gefahr, dass sich die Stadt bei der Entwicklung der Zielvorstellung, wie sich eine Stadt wirtschaftlich und städtebaulich entwickeln soll, verzettelt und eine unübersehbare Anzahl von Selbstverständlichkeiten, wie nachhaltige, familienfreundliche und innovative Stadt, die jede Stadt verfolgt, zum Leitbild erhoben werden.

Es bedarf einer klar umrissenen Zielvorstellung, in welche Richtung sich Stadtidentität und –image entwickeln sollen. Daraus können dann Unterziele und Strategien abgeleitet werden, wie die Zielvorstellung erreicht werden soll.

Das Jahr 2016 wird maßgeblich dafür sein, welche Zielvorstellung in den nächsten Jahrzehnten das Handeln von Verwaltung und Politik bestimmen wird. Bürger, Politik und alle weiteren Akteure in der Stadt sind aufgerufen, sich an dem Prozess zu beteiligen, diese Zielvorstellung für eine neue Stadtidentität und ein neues Stadtimage zu entwickeln.

Um die Diskussion anzustoßen, soll an dieser Stelle ein erster Vorschlag für eine Zielvorstellung gemacht werden:

„UNIVERSITÄTSSTADT BOCHUM“

Die Voraussetzungen eine echte Universitätsstadt zu werden sind angesichts der 59.000 Studenten, die in Bochum studieren und den über 5.000 Menschen, die an den Hochschulen der Stadt beschäftigt sind, zwar sehr gut, trotzdem sind die Herausforderungen, um den Anforderungen einer „Universitätsstadt“ gerecht zu werden, gewaltig.

Bezogen auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt stehen bei einer Universitätsstadt wissenbasierte hochschulnahe Unternehmen im Fokus. Universitätsstädte werden als innovativ und kreativ wahr genommen. Ziel der Stadtentwicklung ist nicht Bestehendes zu erhalten, sondern sich beständig auf hohem Niveau weiter zu entwickeln.

Dafür ist zunächst ein grundlegender Wandel im Rollenverständnis der Politik notwendig. Versteht städtische Politik sich im Wesentlichen heute als Erfüllungsgehilfe von Verwaltung und Großunternehmen, die Vorschläge vorgeben, die sie dann abnickt, muss sie zukünftig selbst zum Ideengeber werden. Die Politik muss selbst neue Ideen für die Stadt entwickeln, selbst Vorschläge erarbeiten, den Bürgern vorlegen und diese davon überzeugen. Menschen in der Politik, die diesen Anspruch bereits erheben, befinden sich bei den meisten politischen Gruppierungen derzeit jedoch noch in der Minderzahl. Teilweise wird noch die bloße Beschäftigung mit neuen Ideen rundheraus abgelehnt, wie man zuletzt bei den noch die Partei dominierenden konservativen Teilen der SPD hinsichtlich der Seilbahnidee beobachten konnte. In einer Universitätsstadt wird der Wandel und Neues als positiv wahrgenommen. Die politische Mentalität einer Universitätsstadt steht Innovationen und Ideen aufgeschlossen gegenüber.

In das Zentrum der Politik rückt zudem das Ziel Maßnahmen zu ergreifen, um mehr Unternehmen und Menschen für die „Universitätstadt Bochum“ zu gewinnen, um langfristig insbesondere die Einnahmen der Stadt zu erhöhen. Hinter dieser Neuausrichtung steht die Erkenntnis, dass aktuell 43% der städtischen Ausgaben für soziale Transferleistungen ausgegeben werden. Deutlich über 50% der Ausgaben des Haushaltes sind sozialer Natur. Die Sozialausgaben steigen jedes Jahr um 20-25 Millionen. Die Stadt ist also in dieser Hinsicht in hohem Maße sozial. Allerdings kann die Stadt die stetige Erhöhung der Ausgaben aufgrund des Schwundes von Wirtschaftskraft und Bevölkerung nicht mehr durch Mehreinnahmen finanzieren. Die Hauptanstregungen der Politik müssen daher zukünftig darin liegen die Einnahmen der Stadt zu verbessern und Menschen und Unternehmen in die Stadt zu locken, die durch Steuernzahlungen die städtischen Einnahmen erhöhen.

Auch der Anspruch an Wirtschafts- und Stadtentwicklung steigt. Eine „Universitätsstadt Bochum“ misst sich in allen Bereichen mit anderen Universitätsstädten, wie z.B. Aachen oder Münster. War der politische Anspruch bisher besser als Waltrop, Oberhausen oder Duisburg zu sein, geht der zukünftige Anspruch besonders an Lebensqualität, Attraktivität der Stadt und Wirtschaftskraft weit darüber hinaus. Eine Universitätsstadt spielt in der 1. Liga der Städte, ein Aufstieg ist also das Ziel.

Bezogen auf die Stadtentwicklung ist mit dem Stadtbild der Universitätsstadt ebenfalls ein Wandel verbunden. Fast 70% der Studierenden und 35% der an der RUB Beschäftigten erreichen die Universität mit Bus und Bahn, Tendenz steigend. Diesem Mobilitätsverhalten ist beim Städtebau Rechnung zu tragen. Universitätsstädte sind Studentenstädte. Diese zeichnen sich durch eine hohe Lebensqualität aus, besonders durch belebte und attraktive Stadt- und Studentenviertel. Lebenswerte, von städtischem Leben erfüllte Plätze und Straßen prägen das Bild. In dieser Hinsicht haben Bochum und Wattenscheid einen riesigen Nachholbedarf. Wichtiges Ziel einer Universitätsstadt ist es bessere Bedingungen zu schaffen, damit mehr Studierende in Bochum und Wattenscheid wohnen wollen.

Auch hat die freie Kulturszene in Studenten- und Universitätsstädten ein anderes Gewicht. Dagegen wurde der Bau von millionenschweren Konzerthäusern in Tübingen und Münster von den Bürgern abglehnt.

Eine Universitätstadt ist überdies eine Stadt der Bildung. Das gilt nicht nur auf der Ebene der Studierenden, sondern auch hinsichtlich der Schüler. Erstklassig ausgestattete Schulen, in ausgezeichnetem baulichem Zustand müssen in Universitätstädten eine Selbstverständlichkeit sein. So gelingt es, dass auch die meisten Stadtkinder später in den Genuß der Hochschulen ihrer Stadt kommen. Ein hohes Bildungsniveau der Stadtbewohner ist ein wesentlicher Garant für eine niedrige städtische Arbeitslosigkeit.

Die neue Stadtmarke sieht Bochum bereits als Stadt des Buches und der Bildung. Die Entwicklung der Zielvorstellung zur „Universitätsstadt Bochum“ ist ein konsequenter weiterer Schritt.

Aber Bochum besteht nicht nur aus Bochum, sondern insbesondere auch aus der Stadt Wattenscheid, die bisher praktisch nicht von den Hochschulen in der Stadt profitieren konnte. Eine schnelle und leistungsfähige direkte ÖPNV-Anbindung an die RUB könnte hier eine erste Abhilfe schaffen. Die Wattenscheider Innenstadt könnte sich – wie auch Langendreer – als Studentenstadtviertel entwickeln. Eine solche Entwicklung wird aber nur einsetzten, wenn ausgezeichneten Anbindungen an Universität und Hochschule geschaffen werden.

An diesen Überlegungen ist zu erkennen, eine vorgegebene Zielvorstellung hinsichtlich Stadtidentität und –image, zieht automatisch bestimmte Maßnahmen zur wirtschaftlichen und städtebaulichen Entwicklung nach sich. So rückt die Zielvorstellung „Universitätsstadt Bochum“ besonders die Wünsche und Bedürfnisse wissensbasierter und uninaher Unternehmen, der Studierenden und der bei bei den entsprechenden Unternehmen sowie bei den Hochschulen und der RUB Beschäftigten in den Mittelpunkt der Politik.

Eine einfache aber trotzdem deutliche Zielrichtung erleichtert das Handeln von Politik und Verwaltung und erhöht die zielgerichtete Wirksamkeit der politischen Maßnahmen. Geben wir der Stadt Bochum eine neue Identität und ein neues Image. Die Entwicklung beginnt jetzt. Von hier aus.

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Millionenschaden – Bochumer Verwaltung lässt Akten verschimmeln

Posted on 13 Dezember 2015 by Dr. Volker Steude

Seit Jahrzehnten lagern Akten in den Kellern des historischen Bochumer Rathauses. Die Keller sind seit jeher feucht und staubig. Was passiert mit Akten unter diesen Bedingungen? Auch die Akten werden feucht, staubig und fangen schließlich an zu schimmeln. Für die Lagerung von Akten sind die Keller eines Gebäudes, das in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut wurde, denkbar ungeeignet. Das sollte eigentlich auch die Bochumer Verwaltung wissen. Doch passiert ist nichts. Jetzt musste die Verwaltung zugeben, große Teile der Akten sind bereits verschimmelt. Bis zu 3.000m müssen dekontaminiert werden. Kosten für die Stadtkasse: voraussichtlich 2,1 Mio. Euro. Mal wieder ist der Stadt ein Millionenschaden entstanden, weil die Verwaltung nicht vorausschauend gehandelt hat.

aktenarchivierungKein Konzept

Und noch immer liegt kein Konzept vor, wie mit den Akten aus den Rathauskellern weiter verfahren werden soll. Das drängende Problem ist spätestens seit Anfang des Jahres bekannt. Mindestens 9 Monaten sind vergangen, ohne dass die Verwaltung ein entsprechendes Konzept vorgelegt hat.

Viele Fragen bleiben daher bisher ungeklärt:

  • Wie viele verschimmelte Akten müssen dekontaminiert werden, wie viele sind „nur“ staubig oder feucht?
  • Wie viele Akten müssen aus dem alten Rathaus ausgelagert werden?
  • Wie soll mit den Akten weiter verfahren werden? Digitalisierung, Fremdeinlagerung, Einlagerung in eigenen städtischen Gebäuden, Einlagerung in angemieteten Räumen?
  • Welche der betroffenen Akten müssen noch wie lange archiviert werden? Continue Reading

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Jugendhilfe-Skandal: Warum der Fall „Paul“ auch hätte in Bochum passieren können

Posted on 21 November 2015 by Dr. Volker Steude

Im April 2015 deckt das Fernsehmagazin Monitor auf, dass der Jugendliche Paul ohne nachvollziehbare Gründe auf Veranlassung des Jugendamtes Dorsten zu einer individualpädagogischen Maßnahme des Bochumer Jugendhilfeträgers Life nach Ungarn verbracht wurde (Bericht vom 30.04.15). Monitor zeigt, dass er dort auf einem verwildert ausschauenden Bauernhof untergebracht und von einem ungarischen Handwerker im Rentenalter mit zweifelhafter pädagogischer Ausbildung betreut wird. Zur Schule ging Paul während der Zeit in Ungarn nicht.

kind-weintErst nachdem entfernte Verwandte Gerichte eingeschaltet und den Fall öffentlich gemacht hatten, sah sich das Jugtendamt Dorsten gezwungen die Jugendhilfemaßnahme zu beenden und Paul konnte zurück zu seinen jetzigen Pflegeeltern nach Deutschland kommen.

Mittlerweile besucht Paul wieder das Gymnasium und hat sich zum Glück bei seinen Pflegeeltern gut eingelebt.

Für die Bochumer Poltiik stellte sich die dringende Frage, wäre ein Fall „Paul“ auch in Bochum möglich gewesen? Und welche Rolle spielte bei den beschriebenen Vorgängen das Bochumer Unternehmen Life, des Bochumer Ratsmitgliedes Gerhard Lichtenberger (SPD)?

Folgerichtig wurde vom Stadtrat einstimmig eine Untersuchung beauftragt. Die Ergebnisse liegen jetzt vor.

Der Untersuchungsbericht des Rechnungsprüfungsamtes zeigt, der Fall „Paul“ wäre auch in Bochum möglich gewesen, eine fachgerechte Auswahl und wirksame Kontrolle ausländischer Jugendhilfemaßnahmen findet auch im Bochumer Jugendamt bisher nicht statt: Continue Reading

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Bochumer Seilbahnnetz soll zum ÖPNV-Bedarfsplan angemeldet werden

Posted on 14 November 2015 by Dr. Volker Steude

Das NRW-Verkehrsministerium möchte wissen, wo im Land sollte der öffentliche Nahverkehr am besten wie ausgebaut werden. Die Städte wurden daher aufgefordert beim Land die Maßnahmen anzumelden, deren Umsetzung sie in ihrem Stadtgebiet für sinnvoll bzw. erforderlich halten.

seilbahnkabine

Bisher hat die Stadt Bochum neben einigen Maßnahmen zur Verbesserung bei der Straßenbahnlinie 308/18 folgende 5 Maßnahmen angemeldet (im Plan pink dargestellt):

(1) Verlängerung der Straßenbahnlinie 306 vom Hbf. bis Ruhrpark (60 Mio.)
(2) Verlängerung der Straßenbahnlinie 302 auf das ehemalige Opel-Werk I (12 Mio.)
(3) Verlängerung der U 35 von der Hustadt bis zur Unterstraße (60 Mio.)
(4) Verlängerung der U 35 von der Hustadt bis zur Hochschule Bochum (34 Mio.)
(5) Erweiterung des Betriebshofs Riemke für zusätzliche Stadtbahn-Fahrzeuge (20 Mio.)

Bei Umsetzung aller genannten Maßnahmen, fallen damit insgesamt Kosten in Höhe von 186 Mio. an. Zu diesen Kosten ließe sich auch das von den STADTGESTALTERN vorgeschlagene Seilbahnnetz realisieren. Continue Reading

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Brötchen, Bälle und Probleme – Runder Tisch abgelehnt

Posted on 06 November 2015 by Dr. Volker Steude

Immer noch schwelt der Konflikt am Sportplatz Dickebankstraße. Weiterhin fordern die Anwohner die Wiederherstellung des wirksamen Lärmschutzes zum benachbarten Sportplatz und dem Gewerbegebiet, die Großbäckerei Bereket will weiterhin ihre Brot-Produktion erweitern und der Sportverein SW 08 möchte gerne in Zukunft auf einem Kunstrasenplatz spielen.

Kunstrasenplatz

Man sollte meinen, der gordische Konten lässt sich lösen, wenn alle Beteiligten an einem Tisch zusammen kommen, miteinander reden und gemeinsam nach Lösungen suchen, die allen Interessen gerecht werden (Beitrag vom 06.12.14).

Doch obwohl die Anwohner und Bereket genau das wollten und die Fraktion „FDP und Die STADTGESTALTER“ daraufhin dem Ausschuss für Strukturentwicklung einen runden Tisch aller Beteiligten vorgeschlagen hatte (Antrag), weigerten sich Politik und Verwaltung im Ausschuss auf diesen Vorschlag einzugehen. Continue Reading

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