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Umzugsbeihilfe statt Abschreckungssteuer?

Posted on 31 Oktober 2015 by Dr. Volker Steude

Seit Jahren versucht die Stadt mehr Studenten zu bewegen in Bochum und Wattenscheid zu wohnen. Doch das gelingt kaum. Ein wesentlicher Grund der Studenten abschreckt, in die Stadt zu ziehen: Wer in Bochum oder Wattenscheid eine Nebenwohnung bezieht, muss 12% der Nettokaltmiete an die Stadt als Zweitwohnungssteuer zahlen. Das sind bei 300 Euro Monatsmiete 432 Euro pro Jahr zusätzlich.

rub

Während in Urlaubsgemeinden, z.B. auf Sylt, durch die Zweitwohnungssteuer teure Ferienwohnsitze besteuert werden oder in Städten wie Stuttgart Menschen mit einer zweiten Dienstwohnung zur Kasse gebeten werden, richtet sich die Steuer in Bochum eigentlich nur gegen finanzschwache Studenten.

Ziel der Steuer ist auch die Studenten zu nötigen ihren Hauptwohnsitz in Bochum anzumelden, um so dieser Steuer zu entgehen. Dann nämlich müssen die Studenten die Steuer nicht zahlen, die Stadt aber erhält fast 750 Euro pro Jahr Schlüsselzuweisungen vom Land. Für Studenten mit Nebenwohnung in Bochum bekommt die Stadt dagegen vom Land nicht einen Cent. Eine Änderung dieser Regelung ist schon seit Jahren überfällig. Anders als in Bayern, weigert sich die Rot-Grüne-Landesregierung bisher, auch für Bewohner mit Nebenwohnsitz Zuweisungen zu zahlen und benachteiligt damit besonders Universitätsstädte wie Bochum.

Vor diesem Hintergrund muss sich Bochum überlegen, wie es gelingt, mehr Studenten zu animieren in der Stadt zu wohnen und nicht mit einer Zweitwohnungssteuer abzuschrecken.

Grundsätzlich sollten auch Studenten mit Nebenwohsitz angesichts der dramatischen Bevölkerungsabnahme in Bochum erwünscht sein. Wer hier als Student wohnt, gibt sein Geld in der Stadt aus, er wird häufig auch nach dem Studium, wenn es irgend möglich ist, gerne hier wohnen bleiben.

Wirtschaftlich lohnt sich die Zweitwohnungssteuer hingegen nicht. Sie bringt der Stadt jedes Jahr nur 260- bis 280.000 Euro ein, bei Einführung wurde noch mit 1,2 Mio. gerechnet (Bericht des Rechnungsprüfungsamtes). Tendenz weiter abnehmend. Die Kosten, um die Steuer zu erheben, waren 2005 noch fast genau so hoch wie die heutigen Einnahmen. Mittlerweile wurden die Personal- und Sachkosten zwar deutlich gesenkt. Wenn aber auch noch die Kosten für Klageverfahren und die regelmäßige rechtliche Anpassung der Steuersatzung einkalkuliert werden, bleiben für die Stadt allenfalls wenige tausend Euro Einnahmen. Kosten und Nutzen stehen in keinem sinnvollen Verhältnis mehr.

In Bochum wohnen 1,3%- bis 2,9%-Punkte mehr Menschen im Alter von 18 bis 29 als in Städten wie Oberhausen, Witten, Hamm oder Herne, in denen keine großen Hochschulen ansässig sind. Das entspricht etwa 8.000 jungen Bochumern. In Studentenstädten wie Aachen, Münster und Bonn, die ähnlich große Hochschulen haben wie Bochum, leben wiederum 1 bis 4,2 %-Punkte mehr Menschen im Alter von 18 bis 29. Das sind bezogen auf Bochum rund 9.000 mehr junge Menschen (siehe Berechnungstabelle).

potential junge menschen

Grundsätzlich besteht also ein erhebliches Potenzial an Studierenden, die man für einen Wohnsitz in Bochum gewinnen könnte. Gelänge es zusätzlich 1.000 Studenten zu bewegen in Bochum ihren Haupwohnsitz einzurichten, würde dies für Bochum allein zusätzliche Schlüsselzuweisungen in Höhe von fast 750.000 Euro pro Jahr zusätzlich bedeuten.

Weil Zweitwohnungssteuern dauerhaft nicht geeignet sind, Studenten anzureizen nach Bochum zu ziehen, sondern sie eher davon abschrecken, gehen viele Städte einen anderen Weg: Sie zahlen den Studenten, die ihren Hauptwohnistz in der Stadt anmelden, eine einmalige Umzugsbeihilfe, Dresden z.B. 150 Euro. Dort konnten die Anmeldezahlen der Studenten seit es die Beihilfe gibt, von 2.500 (2001) auf über 5.000 Studenten (2015) pro Jahr gesteigert werden. Allerdings ist nur ein Teil der Steigerung auf die Umzugsbeihilfe zurückzuführen, die Einführung einer Zweitwohnungssteuer und die Erweiterung des Kreises der Berechtigten hat ebenfalls zu der Erhöhung beigetragen.

Wie würde sich die Einführung einer Umzugsbeihilfe für Bochum finanziell darstellen? Geht man davon aus, dass sich durch Einführung der Beihilfe die Anzahl der in Bochum und Wattenscheid zugezogenen Studierenden mit Hauptwohnsitz in Bochum um 1.000 von 8.000 auf 9.000 erhöhen ließe, würden sich die Anmeldezahlen pro Jahr bei einer Durchschnittsstudienzeit von 4 Jahren von 2.000 auf 2.250 erhöhen. Die Stadt müsste also pro Jahr 337.500 Euro Umzugsbeihilfen an die Studenten zahlen. Hinzukämen die Verwaltungskosten für die Auszahlung, die wie in Dresden das AkaFö übernehmen könnte. Im Gegenzug könnte die Stadt pro Jahr Schlüsselzuweisungen in Höhe von 750.000 Euro zusätzlich einnehmen (1.000 Studenten x 750 Euro). Unter den gegebenen Umständen wäre die Umzungsbeihilfe für die Stadt also eine gute Sache. Wobei außer der Schlüsselzuweisung die sonstigen positiven Effekte, die neue studentische Einwohner haben, wie etwa mehr städtische Kaufkraft, zusätzliche Einwohner, die auch nach dem Studium bleiben und belebtere Stadtviertel, in denen Studenten wohnen, noch gar nicht berücksichtigt wurden.

Es lohnt sich also über eine Umzugsbeihilfe nachzudenken. Um zunächst zu schauen, ob mit dieser tatsächlich positive Effekte erzielt werden können, sollte eine probeweise Einführung unter Verzicht auf die Zweitwohnungssteuer geprüft werden.

Bild: Audimax, RUB (Quelle: CanonBen)

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Was den Bürgern über den Bau des Musikzentrums verschwiegen wird

Posted on 24 Oktober 2015 by Dr. Volker Steude

21.10.2015 – Feierliche Amtseinführung des neuen Oberbürgermeisters Thomas Eiskirch (SPD) im Rahmen einer besonderen Sitzung des Rates der Stadt. Nichts soll die Feierlichkeiten stören. Plötzlich eine Ankündigung, im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung will Kulturdezernent Townsend (SPD) über Entwicklungen beim Bau des Musikzentrums informieren.

<a href=“http://baeh-buerger.de/files/2015/10/mz-schweigen.jpg“><img class=“alignnone wp-image-2105″ src=“http://baeh-buerger.de/files/2015/10/mz-schweigen.jpg“ alt=“mz-schweigen“ width=“540″ height=“384″ /></a>

Offensichtliches Ziel, die Öffentlichkeit soll nichts über die neuen Entwicklungen beim Bau des Prestigeprojektes erfahren, für das bisher schon doppelt so viel städtische Gelder ausgegeben werden müssen wie zuvor von den Befürwortern versprochen.

Die Ausführungen zu den Entwicklungen beim Musikzentrum schlagen bei den Ratsmitgliedern ein wie eine Bombe.

Eigentlich dürfen Angelegenheiten nur dann nicht-öffentlich im Stadtrat besprochen werden, wenn „deren Geheimhaltung ihrer Natur nach erforderlich ist“. Das sind insbesondere Angelegenheiten, “deren Mitteilung an andere dem Gemeinwohl oder den berechtigten Interessen einzelner Personen zuwiderlaufen würde.“ (OVG Münster vom 12. September 2008, 15 A 2129/08).<!–more–>

Gegenstand der nicht-öffentlichen Mitteilung zum Musikzentrum waren aber gar keine Personen. Also konnten deren Interessen auch gar nicht verletzt werden.

Interessen, die bei der Entscheidung berücksichtigt wurden, die Entwicklungen beim Musikzentrum nicht öffentlich zu machen, gab es indes schon. Die SPD hatte wohl kein Interesse, dass die Presseberichterstattung über die Amtseinführung ihres Oberbürgermeisters von Hiobsbotschaften überlagert wird. Warum sonst den Bürgern die Informationen vorenthalten werden sollten, ist nicht erklärlich.

Ursprünglich mal hatte Rot-Grün bei dem Projekt maximale Transparenz versprochen. Der Vorgang zeigt, ernst meint man offensichtlich das nicht. Um den Bürgern die Informationen zu verschweigen, wird das Recht gebeugt: §48(2) GO NRW schreibt vor, dass Ratssitzungen grundsätzlich öffentlich sind. § 2 der Geschäftsordnung des Rates legt die Angelegenheiten abschließend fest, die nicht-öffentlich beraten werden sollen: „Alle Grundstücksangelegenheiten, Darlehens- und Bürgschaftsangelegenheiten, Personalangelegenheiten mit Ausnahme der Entscheidungen nach § 71 GO NRW und sonstige Angelegenheiten, deren Behandlung in nichtöffentlicher Sitzung durch Gesetz oder aufgrund eines Gesetzes vorgeschrieben, im Interesse des öffentlichen Wohls oder zur Wahrung schutzwürdiger Belange einzelner oder der Stadt geboten ist.“ Informationen über die Entwicklung des Baus des Musikzentrums zählen nicht also dazu. Dass der Kulturdezernent nicht die Öffentlichkeit, sondern nur die zur Verschwiegenheit verpflichteten Ratsmitglieder über die Entwicklungen beim Musikzentrum unterrichtete, war also rechtswidrig.

Nun käme eigentlich der Teil, in dem der Autor dieses Beitrags gerne über das berichtet hätte, was Kulturdezernent Townsend (SPD) dem Rat mitgeteilt hat. Doch das ist nicht möglich, weil die Ratsmitglieder gesetzlich verpflichtet sind über alle Mitteilungen, die im nicht-öffentlichen Teil von Ratssitzungen besprochen werden, Stillschweigen zu bewahren.

Über die Inhalte der Mitteilung von Kulturdezernent Townsend (SPD) wird nunmehr trefflich spekuliert. Die Gerüchteküche brodelt:

– Hat er mitgeteilt, dass beim Musikzentrum alles gut läuft und es rechtzeitig oder gar früher fertig wird?

– Hat er mitgeteilt, dass neue Spenden in Millionenhöhe die Kosten für die Stadt deutlich reduzieren?

– Hat er mitgeteilt, dass das Musikzentrum nicht rechtzeitig fertig wird und daher die reale Gefahr besteht, dass die rund 12 Mio. EU-Fördergelder ganz oder teilweise verfallen und daher ggf. von der Stadt getragen werden müssen?

– Hat er mitgeteilt, dass es zu neuen Kostenlöchern gekommen ist und die Stadt weitere außerplanmäßige Millionen in den Bau stecken muss?

Dem Hören und Sagen nach ist der Empfang des neuen Oberbürgermeisters zu seiner Amtseinführung deshalb so schnell beendet gewesen, weil die Mitteilung zum Musikzentrum den Ratsmitgliedern die Stimmung verhagelt hat.

Bei der aktuellen Gerüchteküche kann sich jeder seinen Teil denken.

Der neue Oberbürgermeister muss nunmehr umgehend die Informationen über die Entwicklungen beim Musikzentrum ggü. den Bürgern öffentlich machen. Er hat Transparenz versprochen. Dieser Vorgang wird zeigen wie ernst dieses Versprechen zu nehmen ist.

Der Vorgang zeigt weiterhin, beim Bau des Musikzentrums werden gewisse Dinge nicht mit der versprochenen und erforderlichen Transparenz behandelt. Zu befürchten ist, dass das beim gesamten Bauprozess auch bisher nicht der Fall war. Daher muss das gesamte Bauvorhaben auf den Prüfstand. Das Rechnungsprüfungsamt sollte daher beauftragt werden die Abläufe beim Bauprozess detailliert zu prüfen. Gab es beim Bau Unregelmäßigkeiten, muss geklärt werden, wie es dazu kommen konnte und wer dafür verantwortlich ist. Auch um bei zukünftigen Bauprojekten die Kostengrenzen einhalten zu können, muss geklärt werden, was bei diesem Bauvorhaben falsch gelaufen ist. Ein Vorgang der in privaten Unternehmen selbstverständlich ist.

In diesem Sinne werden sich <a href=“http://die-stadtgestalter.de/“ target=“_blank“>die STADTGESTALTER</a> weiterhin intensiv für mehr Transparenz und eine umfangreiche Prüfung des Bauprojektes Musikzentrum einsetzen.

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Was hindert Menschen nach Bochum ziehen?

Posted on 18 Oktober 2015 by Dr. Volker Steude

In fast allen Großstädten Deutschlands nimmt die Bevölkerung sowie die Wirtschaftskraft zu, besonders in Universitätsstädten. In Bochum allerdings nicht. Welche Gründe hat es, dass in Bochum die Bevölkerung aufgrund der Demografie massiv abnimmt und überaltert, die Abnahme aber nicht durch zuziehende Menschen ausgeglichen werden kann? Steuern zahlende Menschen und Unternehmen zieht es kaum nach Bochum, eher wandern sie ab.wegewahl-verkehr
Ein wesentlicher Grund ist sicher, es fehlt an Arbeitsplätzen, aber es gibt auch andere Gründe, warum Steuern zahlenden Menschen die Stadt nicht als Wohnsitz wählen.

Nehmen wir an eine Familie mit zwei Kindern erwägt grundsätzlich nach Bochum zu ziehen, weil z.B. ein attraktives Jobangebot vorliegt. Sie kommen aus einer Stadt wie Aachen, Berlin, Münster oder Oldenburg. Die Familie besitzt ein Auto, die Kinder fahren alleine mit dem Rad zur Grund- oder weiter führenden Schule oder gehen dorthin zu Fuß. Man wohnt in einem ruhigen Stadtviertel. Den täglichen Einkauf erledigt die Familie ebenfalls zum großen Teil im Stadtviertel, Die Geschäfte sind fußläufig erreichbar. Man schätzt die belebten Plätze im Wohnviertel, wo man sich auch mal gerne mit Freunden, Nachbarn und Kollegen auf auf ein Schwätzchen, einen Kaffee oder ein Bier trifft. Continue Reading

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Thermomix oder Wählenix

Posted on 10 Oktober 2015 by Dr. Volker Steude

Die Volksseele kocht. Die Nachrichten berichten von Panik und Chaos an einigen Orten in Deutschland. Filialen von Aldi werden von Bürgern belagert. Das Unternehmen hatte den Bürgern einen Volks-Thermomix, ein Koch- und Backgerät, das alles kann, für nur 199 Euro versprochen, der im Original 1.100 Euro kostet. Doch Aldi hatte viel zu wenige Geräte in den Verkauf gebracht, so dass erboste Bürger leer ausgingen. In einigen Märkten kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen den wartenden Kunden um die knappen Geräte. Die Polizei musste eingreifen. Bürger hatten sich extra Urlaub genommen, um endlich das prestigeträchtige Gerät zu erstehen. Manche gingen aber leer aus, obwohl sie den ganzen Tag über alle Aldi-Geschäfte der Umgebung abgefahren hatten.

768px-Vorwerk_-_Thermomix_-_TM31_-_1Für viele Bürger ist das Vorgehen des Aldi-Konzerns ein klarer Verstoß gegen das Gleichheitsgebot des Grundgesetzes. „Jeder hat das Recht auf einen Volks-Thermomix!“ lautet die unmissverständliche Forderung. Es kann nicht angehen, dass Bürger im Ansehen schlechter gestellt werden, weil sie in ihrer Küche keinen Thermomix vorweisen, können, der ihnen Wort für Wort erklärt, wie das Brot im Gerät zu backen oder die Eismasse zuzubreiten ist. Bei Facebook lassen frustrierte Bürger ihrem Unmut freien Lauf, es kann ihnen nicht zugemutet werden, dass sie demnächst, wie bei bei den neusten i-Phones oder i-Pads vor den Aldi-Filialen Tage vorher campen müssen, damit sie am Morgen des ersten Verkaufstages eines der begehrten Produkte zum Schnäppchenpreis erstehen können. Politik und Justiz werden aufgefordert, einzuschreiten. Jedem Bürger sein Thermomix, sonst drohen Unruhen. Bürger sind bereit, gegenüber anderen ihren Anspruch auf den Thermomix mittels Faustrecht durchzusetzen. Öffentlich wird die Frage gestellt: Müssen die Aldi-Filialen bei der nächsten Thermomix-Verkaufsaktion unter Polizeischutz gestellt werden? Continue Reading

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NRW verweigert Bochum Millionen – Stadt bleibt trotzdem untätig

Posted on 13 September 2015 by Dr. Volker Steude

Eigentlich ganz einfach: Das Land verpflichtet die Stadt eine Aufgabe zu übernehmen, so hat es im Gegenzug die Pflicht der Gemeinde auch das Geld zu geben, mit dem diese die Aufgabe finanzieren kann. Oder noch einfacher anhand eines Beispiels: Sagt das Land der Stadt, bitte sorge für mehr Kita-Plätze, dann muss das Land für die Kosten aufkommen, die der Stadt entstehen, um die Kita-Plätze zu schaffen.

konnex

Das ganze hat allerdings einen sperrigen Namen: Konnexitäts-Prinzip. Es wurde 2004 in der Verfassung des Landes festgeschrieben (Art. 78 (3)) . Aber auch davor schon hat das Landesverfassungsgericht Gesetze des Landes für verfassungswidrig erklärt, die eine ausreichende Finanzierung von kommunalen Aufgaben nicht vorsahen. 2010 beispielsweise wurde die Kostenbeteiligung des Landes bei der Betreuung der unter 3-jährigen Kinder für nicht ausreichend erachtet. Die Städte sollten diese zusätzliche Aufgabe zwar übernehmen, wurden dafür vom Land aber nicht angemessen finanziell ausgestattet. Continue Reading

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Wer trägt die Verantwortung für den 500 Mio.-Verlust bei den RWE-Aktien?

Posted on 06 September 2015 by Dr. Volker Steude

500 Mio. Euro haben die 6,6 Mio. städtischen RWE-Aktien seit 2007 an Wert verloren. Trotz des unaufhaltsamen Sinkflugs der Aktie verweigert sich die Koaltion aus SPD und Grünen in Bochum immer wieder beharrlich dem Verkauf. Thomas Eiskirch (SPD) erklärte 2007: „Es ist mir völlig unverständlich wie man … über einen Verkauf von Anteilen von RWE nachdenken kann. Dies zeigt ein völliges falsches Verständnis von nachhaltiger Wirtschafts- und Energiepolitik“. Er fügte hinzu, jeder, der das anders sehe, habe die „Erfordernisse zukunftsfester Kommunalpolitik … offenbar schlichtweg nicht verstanden.“ Verblendet von der Wirtschaftmacht des ehemaligen Monopolunternehmens RWE bis zur Liberalisierung des Strommarktes und dem kompletten Ausblenden der Folgen der sich abzeichnenden Energiewende, hält Rot-Grün bis heute verzweifelt an dem untergehenden Reisentanker RWE fest.

rwe-logo

Die Chance, der Stadtkasse 500 Mio. zuzuführen und einen wesentlichen Teil davon in die Zukunft der Stadt zu investieren, wurde leichtfertig vergeben. Hatte unter anderem die Stadt Düsseldorf die RWE-Anteile 2007 noch für knapp 90 Euro/Aktie verkauft, ist die Aktie jetzt nicht mal mehr 13 Euro wert. Auch die Dividendenerträge sind von 23.3 auf 6,6 Mio. geschrumpft. Ab 2016 werden nur noch 3,3 Mio. erwartet. Damit würde die Zinslast, der für den Kauf der Aktien laufenden Kredite, die Dividenden übersteigen. Die RWE-Aktien werden zu einem städtisches Zuschussgeschäft, in das jedes Jahr Mio. gepumpt werden müssen, um die Kredite zu bedienen. Continue Reading

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Verwaltung verschweigt Politik Millionen-Mehrkosten bei Von-Waldthausen-Brücke

Posted on 28 August 2015 by Dr. Volker Steude

Statt 650.000 Euro wie von der Verwaltung kalkuliert, kostet das Brückenprovisorium an der Von-Waldthausen-Straße jetzt mindestens 1.672.000 EUR. Die Kosten liegen über 1 Mio. Euro über den geplanten. Die Brücke wir unfassbare 2,5-Mal teurer.

Austausch der Von-Waldthausen-Brücke(Foto: www.Fliegender-Kameramann.de)

Austausch der Von-Waldthausen-Brücke (Foto: http://www.fliegender-kameramann.de/)

Das Projektmangement und Baukostencontrolling der Verwaltung versagen erneut.

Das ganze Projekt zeigt, auf welch unverantwortliche Weise die Bauverwaltung der Stadt Bochum mit dem Geld der Bürger umgeht und warum die Stadt pleite ist.

Die Geschichte von Anfang an:

1994 muss die Stadt die Bahnbrücken im Stadtgebiet von der Deutschen Bahn übernehmen. Das Problem, die Brücken sind fast alle marode. Jedoch verpflichtet das Eisenbahnkreuzungsgesetz die Bahn, die Brücken so zu übergeben, dass sie zum Stichtag am 01.01.1994 in einem ordnungsgemäßen Erhaltungszustand seien müssen. Continue Reading

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UPDATE Seilbahnidee – Langendreer – Opelgelände – Symposium

Posted on 23 August 2015 by Dr. Volker Steude

Nach Vorstellung der Idee eines Seilbahnnetzes, das Innenstadt, Universität, Ruhrpark, Langendreer sowie den Kemnader See verbindet (Plan 1), gab es viele Vorschläge die Stadtteilzentren von Langendreer besser an das Netz anzubinden.

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Die bisherigen Planungen sahen eine Anbindung Langendreers über Kaltehardt bis zum Knappschafts-Krankenhaus vor. Dazu liegen jetzt zwei alternative Vorschläge vor: Eine führt zum S-Bahnhof Langendreer West, die zweite sieht eine Haltestelle am Zugang des Volksparks an der Alten Bahnhofstraße und am S-Bahnhof Langendreer vor (Plan 2).

Damit bindet insbesondere die zuletzt genannte Linie deutlich mehr Wohngebiete, die S-Bahn und die Stadtteilzentren von Langendreer besser an. Sie erschließt das Herz von Langendreer. Die Fahrtzeiten von Langendreer zu RUB, Hochschule, zum Opelgelände oder zum Kemnader See würden sich auf 9-15 Minuten bei einem Takt von 30-60 Sekunden verkürzen. Damit wird Langendreer zu einem attraktiven Wohnviertel, besonders für Studenten, aber auch für Mitarbeiter der Hochschulen und der Mitarbeiter der Unternehmen, die sich auf dem Opelgelände ansiedeln. Die Seilbahn kann damit wesentlich dazu beitragen der fortschreitenden Überalterung und der zunehmenden sozialen Schieflage in Langendreer entgegen zu wirken. Continue Reading

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Bochum soll … wieder erstklassig werden

Posted on 16 August 2015 by Dr. Volker Steude

Kann der Trainerwechsel den notwendigen Aufschwung bringen? Ab September soll eine neue Ära beginnen, da wählen die Fans einen neuen Cheftrainer für die Stadt.

erstklassig

Doch lange konnten sich Bochumer und Wattenscheider nur selten über Siege freuen. Beim Wettbewerb um die attraktivste Stadt war Bochum am Ende Schlusslicht von 34 Städten. Im Vergleich von 30 Großstädten des Hamburger Instituts HWWI, landete Bochum auf dem vorletzten Platz (WAZ vom 23.11.10).

In der Saison 2014 belegte die Stadt beim Job-Chancen-Städte-Ranking wiederum nur den letzten Platz. Der Abstieg in die Drittklassigkeit konnte nur knapp abgewendet werden. Im Wettbewerb der Wirtschaftswoche landete man ebenfalls abgeschlagen im unteren Teil des letzten Tabellendrittels. Eigentlich konnte man nur andere Städte des Ruhrgebietes hinter sich lassen. Beim Fahrradklimatest war die Stadt Drittletzter.

Der Trainerstab und Management redeten über Jahre die Lage schön. „Woanders ist auch Scheiße“ wurde zu ihrem Motto. Das Anspruchsniveau sank, besser zu sein als Herne, Duisburg oder Oberhausen, wurde schon als Erfolg gefeiert. Sich am fortwährenden Wirtschaftsaufschwung anderer Universitätsstädte zu orientieren wurde aufgegeben.

Jetzt tritt der alte Trainerstab ab. Baurat Kratzsch (SPD) musste bereits im letzten Jahr das Handtuch werfen. Sein Vertrag wurde nicht verlängert. Auch die Vertragsverlängerung der Dezernentin Collisi (SPD) ist fraglich. Der Vertrag von Cheftrainerin Scholz (SPD) endet im Oktober. Für eine Vertragverlängerung für eine weitere Saison fand sich im Verein keine Basis mehr. Dem Stadtmanagement wird anhaltende Erfolglosigkeit vorgeworfen.

Die Spielweise der Stadt steht unter massiver Kritik der Fans. Im Angriff fehlt es an Durchsetzungsfähigkeit und Ideen. Überteuerte Prestigeprojekte wie das Musikzentrum konnten über die spielerischen Unzulänglichkeiten der Akteure nicht hinwegtäuschen. In der Abwehr wurden zu viel Fouls zugelassen, die das Stadtimage schwer schädigten: Die rote Karte für die Stadtwerke, nach dem Atrium-Talk-Skandal, sorgte bundesweit für Aufregung. Zuletzt machten im ganzen Land absurd hohe Friedhofsgebühren, die Idee Flüchtlinge auf einem ehemaligen Friedhof unterzubringen und die Sperrung von 34 Turnhallen negative Schlagzeilen. Wieder wurde deutlich, wie schlecht die Stadt aufgestellt ist. In der Öffentlichkeit wird die Stadt nicht wegen eines modernen Spielsystems wahrgenommen, sondern wegen eklatanter spielerischer Unzulänglichkeiten.

Durch teuere Fehleinkäufe wie die Beteiligung an Investmentgesellschaften zum Kraftwerksbau oder der STEAG, verbrannte das Stadtmanagement der Stadt Millionen. Zuletzt geriet es durch Fehlspekulationen mit Schweizer Franken in die Kritik. Die gescheiterte Transferpolitik des Stadtmanagements hat die Stadt an den finanziellen Abgrund geführt. Ob die Stadt eine Lizenz für die neue Saison erhält, ist jedes Jahr aufs Neue fraglich. Beständig droht der Nothaushalt. Der Stadt fällt es immer schwerer, die Auflagen der Bezirksregierung zu erfüllen.

Das Spielsystem der Stadt hat sich überholt. Auf gute Spieler zu warten, statt sich aktiv auf dem Spielermarkt um sie zu bemühen, gilt schon seit Jahren als unzeitgemäß. Gute Unternehmen ließen sich an anderen Standorten nieder, weil Bochum sich lange Jahre nicht tatkräftig bemüht hat, diese an die Stadt zu binden.

Am 13.09.2015 wählen die Fans den neuen Cheftrainer. Sein Anspruch muss sein, Bochum wieder in die 1. Liga der Großstädte zu führen. „Wieder erstklassig werden“, heißt das Ziel. Zukünftig muss ein ehrgeiziger Trainer das Team leiten, der in seinem Leben bewiesen hat, dass er aus dem Nichts viel erreichen kann, der sich Ziele setzt, die er konsequent verfolgt, weil er die erforderliche Hartnäckigkeit und das Durchsetzungsfähigkeit besitzt, der in der Lage ist, zwischen Spielern und Management zu vermitteln und der es schafft eine moderne Spieltaktik zu entwickeln, die Fans und Spieler gleichermaßen begeistern und überzeugen kann.

Bochum wird für viele Fans als Heimat nur eine Zukunft haben, wenn die Stadt wieder erstklassig wird.

Omid Pouryousefi tritt als unabhängiger Kandidat bei der Wahl des Oberbürgermeisters an. Auf seinem Plakat verwendet er den Slogan „wieder erstklassig werden“.

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Die Ursachen der Turnhallenmisere

Posted on 13 August 2015 by Dr. Volker Steude

Hallenbäder können von den Schulen nicht benutzt werden, Turnhallen und Sportplätze sind gesperrt. Für Schüler, Eltern und Sportvereine sind diese Zustände unerträglich. Sie wollen den zahlreichen und regelmäßigen Ausfall von Sportunterricht aufgrund der maroden Schulen und Sportstätten in Bochum und Wattenscheid nicht länger hinnehmen.

turnhalle

SPD und Grüne haben Jahrzehnte nicht ansatzweise die erforderlichen Summen in die Haushalte eingestellt, die für eine ordnungsgemäße Instandhaltung der Schulen und Sportstätten erforderlich gewesen wäre. Die Folgen dieser Politik werden immer schlimmer. Nun mussten 34 Turnhallen gesperrt werden. Weil die Unterdecken nach 40 Jahren mittlerweile marode geworden sind, drohen sie herunter zu fallen. In der Gräfin-Imma-Schule ist genau das bereits geschehen.

Eigentlich ist die Lebensdauer der in den 70er Jahren angebrachten Decken lange überschritten. Fachleute beziffern diese mit 20-30 Jahren. Sogenannte Sauerkrautplatten wurden damals mit Nägeln und Klammern an die Unterkonstruktion genagelt bzw. „geschossen“. Jetzt sind die Platten spröde, Nägel und Klammern rosten. Heute würde man die Deckenplatten anschrauben, doch vor 40 Jahren war das nicht üblich, Akkuschrauber waren dazu noch unbekannt. Continue Reading

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