Archive | Satire

„Kissen, Wetter, Bier-Gefühl“ wird neuer Stadtslogan

Posted on 23 März 2014 by Dr. Volker Steude

So wird es kommen – ein fiktiver Bericht über die Entwicklung der neuen Stadtmarke für Bochum und Wattenscheid: Bochumer Marketingexperten machen eine 180°-Wende bei der Image-Suche für die Stadt. Statt „Wissen, Wandel, Wir-Gefühl“ soll der Werbeslogan der Stadt jetzt „Kissen, Wetter, Bier-Gefühl“ heißen. Das mangelnde Interesse der Bürger an unserem Bemühen, der Stadt ein neues Image zu verordnen, hat uns gezeigt, dass wir auf dem falschen Weg waren, räumt der Marketing-Chef ein. Nur wenige Bürger hatten sich bei der beabsichtigten Beteiligung der Bürger zur Entwicklung des neuen Stadtimages überhaupt bei Bochum-Marketing gemeldet (RN vom 06.03.14). Auch bei der Info-Veranstaltung waren kaum mehr als 20 Bürger anwesend.

fenster-wdr2Wir sollten nicht versuchen, mit unserer Werbekampagne über die Stadt ein Bild zu vermitteln, was wir in der Wirklichkeit nicht halten können und das daher aufgesetzt und konstruiert wirkt. Wichtig ist auch, mit der Werbebotschaft der Stadt müssen sich die Bürger der Stadt identifizieren. Wie singt schon Herbert Grönemeyer, Bochum, „bist’ne ehrliche Haut, leider total verbaut“. Der neue Werbeslogan müsse authentisch sein und könne durchaus den Humor der Menschen vermitteln. Continue Reading

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Energie der Zukunft – Heiße Luft in der Bochumer Lokalpolitik soll energetisch genutzt werden

Posted on 18 Januar 2014 by Dr. Volker Steude

Manche Bürger sind der Meinung, die heiße Luft, die in der Bochumer Lokalpolitik erzeugt wird, hätte das Potential, die ganze Stadt umweltfreundlich zu beheizen. So könne ein wertvoller Beitrag zur Rettung des Klimas geleistet werden. Ob die angebotenen technischen Lösungen wie der Energietransformator_hotair_1.0 (siehe Bild links) bereits ausgereift sind, wird jedoch erst die Zukunft zeigen.

Ziel muss es sein, die verbreitete heiße Luft energetisch nutzbar zu machen, denn heiße Luft steht in Bochum im Überfluss zur Verfügung: So verkündet die Oberbürgermeisterin zu Silvester unter der Überschrift „Unsere Stadt hat Zukunft!“, auch im letzten Jahr hätte sich eine „Menge Erfreuliches“ getan, so verfüge unsere Stadt auch dieses Jahr über einen genehmigten Haushalt. Eine Selbstverständlichkeit wird mit viel heißer Luft zu einer herausragende lokalpolitischen Leistung aufgeföhnt. In ähnlicher Weise könnten die Bürger der Stadt stolz verkünden, bei ihnen zu Hause werde es auch in diesem Jahr fließend Wasser geben!

Weiter verkündet die Oberbürgermeisterin, das Opel Projekt Perspektive 2022 komme gut voran. Stolz hat die Stadt bereits verkündet herausragende Persönlichkeiten werden die Bochum Perspektive 2022 unterstützen, kreative und belastbare Zukunftskonzepte für Bochum zu entwickeln. Erstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit hochkarätiger Personen des öffentlichen Lebens sind die Leitlinien für die Entwicklung der Opelflächen. „Ein weit gedachtes und langfristiges Gesamtkonzept mit großer Strahlkraft und Vernetzung mit Stadt und Region aufzustellen“, soll demnach der nächste Schritt sein. Weiter heißt es „Die bestmöglichen Nutzungsoptionen sind aus den Begabungen der Flächen heraus und ihrer Bedeutung sowohl aus Bochumer und nachbarstädtischer als auch regionaler und nationaler Sicht heraus zu entwickeln.“ Angesichts dessen, dass für die Formulierung dieses nichts sagenden Allgemeinplatzes ein zweitägiger Workshop erforderlich war, erstaunt seine nur mit heißer Luft aufgeblasene Belanglosigkeit.

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Serras Stahlskulptur am Bahnhof verkauft und abgebaut – Stadt macht für 20 Mio. Kasse

Posted on 03 November 2013 by Dr. Volker Steude

Die Bürger reiben sich die Augen, wo sind Serras riesige rostige Stahlplatten von der Bahnhofskreuzung Ostring/ Wittener Straße hin, die manche für eine öffentliche Toilette, andere für Kunst hielten? Wo bis Samstag noch das Terminal von Serra stand, ist jetzt ein tiefes Loch, in dem nur noch zu sehen ist, wo die Platten vom Fundament abgetrennt wurden.

terminal1Das in Bochum über Jahre heftig umstrittene Kunstwerk, das entgegen aller Proteste 1979 aufgestellt wurde, ist Freitag Nacht klammheimlich abgebaut auf Tieflader geladen und abgefahren worden. Jetzt wurde bekannt, dass es am Sonntag in London angekommen ist und dort schon wieder aufgebaut wurde (siehe Bilder zu diesem Beitrag vom Aufbau des Terminal am Broadgate Estate). Im Rahmen des Redevelopment der Broadgate Estates an der Liverpool Station im Osten der City of London haben die Investorengesellschaft den Serra für fast 20 Mio. Euro von der Stadt Bochum kurzfristig erworben.

„Wir brauchten dringend Geld,“ ist aus der Stadt zu hören. Bei einem Kaufpreis von 20 Mio. hätte man nicht „Nein“ sagen können, wird die Entscheidung, das Kunstwerk zu verkaufen, verteidigt.

Die erhofften Sparmaßnahmen aus dem Konsolidierungskonzept 2012 führten zu einem großen Teil nicht zu dem gewünschten Erfolg. Die Gewerbesteuereinnahmen stiegen trotz Erhöhung der Hebesätze nicht. Die Gewinnabführungen an die Stadt von den Stadtwerken konnten nicht wie geplant erhöht werden. Auch die Bettensteuer ist gescheitert. Der USB konnte nicht zu einem stadteigenen Betrieb umgegründet werden (Rekommunalisierung), um die Erhebung der Umsatzsteuer zu vermeiden und die entsprechenden Beträge in die städtischen Kassen umleiten zu können. Und das sind nur einige gescheiterte Anstrengungen, den städtischen Haushalt zu sanieren. Continue Reading

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Peggy Bundy-Gymnasium Bochum – Wo man für eine saubere und erstklassig ausgestattet Schule bezahlen kann

Posted on 28 August 2013 by Dr. Volker Steude

Nach dem das Bezahlmodell für die Toilettennutzung so erfolgreich gelaufen ist, 10 Cent pro Toilettengang, 10 Euro Halbjahres-Flat und 40 Euro All-live-time-inkclusive-over-night-Flat, hat das Peggy Bundy–Gymnasium jetzt das Premiumangebot ihrer Schule rechtzeitig für das neue Schuljahr massiv ausgeweitet.

kreditkarte

Die Stadt hat kein Geld mehr für die Schulen, dafür müsse man Verständnis haben, so Schuldirektor Erwin T. Geißendörfer (SPD). Der RWE-Aktien-Deal mit 100 Mio. Verlust müsse ja irgendwie gegen finanziert werden, Musikzentrum und Jahrhunderthalle benötigen demnächst zusätzliche Finanzmittel, und auch aus dem Cross-Border-Deal der Oberbürgermeisterin seien noch ein paar Millionen offen.

Daher sei nun der Förderverein der Schule aktiv geworden, um der Stadt die lästige Aufgabe für saubere und gut ausgestattete Schulen zu sorgen abzunehmen. Dieser Verpflichtung komme die Stadt ja schon seit Jahrzehnten nur ansatzweise und widerwillig nach, entsprechend sei es ohnehin unfair, dies nun auf einmal von Politik und Verwaltung einzufordern, erklärt der Schuldirektor.

Die neuen Angebote:

Für die Schulbücherei hat der Förderverein jetzt 500 Bücher in neuster Auflage angeschafft, die ab dem nächsten Schuljahr für eine Extragebühr von 20 Cent pro Ausleihe von den Gymnasiasten entliehen werden können. Kostenfrei bleibt natürlich weiterhin die Benutzung des Altbestandes der Bücherei. So wird auch weiterhin die Ausleihe der Geschichtsbücher mit den Auflagen aus den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts nichts kosten. Continue Reading

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175 Jahre Sparkasse – Voten bis der Arzt kommt

Posted on 06 Juli 2013 by Dr. Volker Steude

1.750 Euro will die Sparkasse ausschütten für die 50 beliebtesten Sport-Projekte, so berichtete es der Jupp Tenhagen (2. Beisitzer) bei uns auffe Vorstandssitzung. Das sind wir natürlich dabei. Der ganze TUS Grün-rot-schwarz-weiß-lila Grumme Südsüdwest, war wochenlang beschäftigt sich ein Projekt auszudenken, was wohl ne Chance hätte auf einen der ersten 50 Plätze zu kommen, beim Voting vonne Bochumer Bürgers. Karl-Heinz schlug vor 58 Eckfahnen zu kaufen, dann hätten wir davon für die nächsten 20 Jahre genug. Dat fand aber keine Mehrheit. Auch Bier und Schnaps fürs nächste Clubfest wurde knapp abgelehnt. Lange wurde noch Emmas Krawlinskis Vorschlag diskutiert, ein Benefizspiel mit de SPD-Prominenz zu organisieren, damit unsere erste denen ma so richtig die Bude voll macht. Doch Serbo Holski unser 2. (Vorsitzender) war, dagegen weil er doch der Schwippschwager vom Eiskirch ist.

sparkasseAm Schluss haben wir uns für dat Projekt „Jedem Kind sein Fussball“ entschieden. Jedet Kind im Verein soll einen Fussball bekommen. Damit kann in der guten Stube Vatter, Opa und die ganze Familie weggedribbelt werden. Fussi auf engstem Raum, dat schult. Präzise Flanke auf Opas Pläte, der die Pille gekonnt auf den neuen Plasma köpft. So hat auch mal der Goretzka, der olle Überläufer, angefangen.

Ne Haftpflichtversicherung sollte et gleich mit dabei geben. Denn wenn der Fußball mal ganz aus Versehen die Geige von „Jedem Kind ein Instrument“ trifft, dann wird et nicht so teuer.

Viele im Verein fuhren jetzt ne Doppelstrategie. Dat angemeldete Projekt bei de Sparkasse unterstützen, gleichzeitig Konten beie Sparkasse kündigen, weil die ja letztes Jahr die Kontoführungsgebühren so kräftig angehoben hatten. Ehrlich, da hatte ich bei meine Kündigung etwas Gewissenbisse, schließlich musste die Kasse ja die Gebühren erhöhen, auch um sich den schönen Wettbewerb leisten zu können. Continue Reading

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Wegen Zahngold-Skandal jetzt Vulkaneinäscherung?

Posted on 04 Juni 2013 by Dr. Volker Steude

Bäh – Die Stadt Bochum bereichert sich am Zahngold und anderen Edelmetallen der Verstorbenen. Viele Bürger sind nicht bereit, das länger hinzunehmen. Auch nach dem Tod, wollen die Menschen solch städtischer Willkür nicht mehr ausgesetzt sein.

800px-Siegen_Monte_SchlackoManche befürchten, dass längst aus den Grabgestecken der Verstorbenen der Blumenschmuck in den Bürgermeisterbüros bestückt wird. Die immer häufiger als Tischschmuck auf den städtischen Tafeln vorzufindenden Kränze, lassen einen furchtbaren Verdacht aufkommen.

Erst kürzlich kam das Gerücht auf, anstatt der auf dem Platz des europäischen Erbrechens vorgesehenen 24 Namensplatten aus armenischem Granit, sollten dort die Grabsteine der Verstorbenen verbaut werden. Das wäre praktisch, die nötigen Gravuren sind auf den Steinen ja schon vorhanden, die Namen der Bürger auf den Platten schon drauf. Ein europäisches Versprechen können die Bochumer Bürger dem lieben Herrgott auch im Himmel geben. Die teure Beschaffung der Platten aus dem fernen Armenien jedenfalls entfiele, so wohl das Kalkül einiger Stadtoberen. Continue Reading

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Kulturhauptstadt – nachgeschlagen!

Posted on 25 Februar 2013 by Dr. Volker Steude

Zwischen Realität und Versprechungen liegen in Bochum bisweilen Welten. Daher hier ein Beitrag aus dem Jahr 2010, der schon zum Kulturhauptstadtjahr die geplanten Projekte kritisch betrachtet. Heute, 3 Jahre später, haben sich die Vorhersagen des Textes leider bewahrheitet und sind so aktuell wie Anfang 2010.

ruhr2010Es gibt etwas, dass ich nicht verstehe: Selbst nachdem ich vor über einem halben Jahr mit meinem Text „Wir werden Kulturhauptstadt!“ so offensiv für dieses Jahrhundertereignis geworben habe und die Kommunen uns mit Hochglanzprospekten überschwemmen, erstreckt sich die Begeisterung in

Sachen Kulturhauptstadt Ruhr bislang auf die üblichen Proporzfürsten aus Politik, Medien und Industrie. Continue Reading

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Die Pontonbrücke des kommunalen Grauens

Posted on 03 Februar 2013 by Dr. Volker Steude

Früher konnte man mal von Linden nach Hattingen über Burgaltendorf direkt mit dem Bus fahren. Geht leider seit 2011 nicht mehr. Denn plötzlich und völlig unerwartet war die Dahlhauser Pontonbrücke über die Ruhr baufällig und für Busse damit unpassierbar geworden. Und leider hatten Bochum, Hattingen und Essen es völlig versäumt für eine eventuell irgendwann erforderliche Brückensanierung in den kommunalen Haushalten Vorsorge zu treffen. Unter konsequenter Anwendung des Fleskes-Prinzips hatte man sich jahrzehntelang an der Illusion festgehalten, die Brücke aus den 50er-Jahren sei unkaputtbar und es sei daher völlig unnötig, für ihre Instandhaltung irgendwelche Gelder im Haushalt einzustellen.

pontonbrueckeSchnell stellte sich jetzt jedoch heraus, dass in dem vorliegenden Fall selbst MacGyver machtlos war und die Brücke auch mit Schweizer Messer und Klebeband beim besten Willen nicht zu reparieren war. Continue Reading

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Hilfe! Kunst oder Reklame für die Tanzschule Bobby Linden?

Posted on 27 Dezember 2012 by Dr. Volker Steude

Schrittfolgen mit Fußabdrücken aus Neonröhren unter der Brücke am Bergbaumuseum? Die neueste Reklame für die Tanzschule Bobby Linden? Aber die heißt doch jetzt Aki Brand und liegt an der Brücke Kortumstraße und nicht am Bergbaumuseum. Ver(w)irrte Bochumer fragen sich, was soll das?

bochumstepbaehGanz einfach: Die Lichtinstallation ist ein Meilenstein im Stadtverschönerungs-Programm von Stadtbaurat Kratzsch: Denn der von der Stadt beauftragte Künstler hat für diese Brücke zu dem Steigerlied einen hippen Tanz, den BochumStep, dazu kreiert, wie das heute im Musik-Biz so üblich ist und hat dann die Tanzschrittfolgen als Neonlampen unter die Brücke tackern lassen. Continue Reading

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HellensAngels bei Paul McCartney-Konzert

Posted on 24 November 2012 by Dr. Volker Steude

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…vom Paul McCartney-Konzert anlässlich des 175. Geburtstags von Asesssor Goldmann:

Beginn: Der Gaststar steht bereits auf der Bühne des ausverkauften „rewirpowerstadions“, eine Motorradeskorte der Bandidos Bochum, extra für diesen Tag als Ordner gemietet, braust ins Stadion.
Die Biker haben Frau Dr.Scholz, Sascha Hellen und den Jubiliar Goldmann mit sich auf ihren Böcken sitzen und tragen Kutten mit der Aufschrift „HellensAngels“. McCartney intoniert gemeinsam mit der Bergmannskapelle Grumme Süd das Lied „Luck up, the steiger comes!“

Minute 22: Ein erster Höhepunkt- McCartney widmet in Anerkennung des kompromisslosen Vorgehens der Stadtoberen gegen das Baumunwesen einen seiner größten Erfolge zur neuen Bochumer SPD-Parteihymne um und performt ihn gemeinsam mit den BoSy und dem Mädchenchor der Heinrich-Böll-Gesamtschule:

http://www.youtube.com/watch?v=pEFJ4fcioRI

Minute 58: Überraschungsgast Herbert Grönemeyer singt für den verstörten Ex-Beatle auf Englich und Deutsch „Liverpool, ich komm aus Dir“.
McCartney fragt daraufhin Sascha Hellen, wer denn dieser merkwürdige Mann sei.

Minute 94: Frau Dr. Scholz entdeckt im Publikum ihren Amtsvorgänger E.-O. Stüber und bittet Sir Paul für diesen den Simon and Garfunkel-Klassiker „Like a bridge over troubled Gelsenwater“ zu singen:

Zugabenteil: Und das haben sich die Bochumer BürgerInnen von Paul McCartney für ihre Oberbürgermeisterin als Ständchen gewünscht:

http://www.youtube.com/watch?v=rveVdiO8FPc

Werner Hellweg

Bildnachweis: Paul McCartney live in DublinFiona, Wikipedia

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